Dortmund

Sierau gibt Pflegern am Klinikum Job-Garantie

Eine aktive Mittagspause machten Beschäftigte des Klinikum Dortmund am Donnerstag, 1. Dezember 2011. Sie demonstrierten damit gegen weiteren Personalabbau. Foto: Franz Luthe
Eine aktive Mittagspause machten Beschäftigte des Klinikum Dortmund am Donnerstag, 1. Dezember 2011. Sie demonstrierten damit gegen weiteren Personalabbau. Foto: Franz Luthe
Foto: WR/Franz Luthe
Beim Klinikum Dortmund sind 22 Stellen wohl vorerst gesichert. Denn der Aufsichtsratsvorsitzende – OB Ullrich Sierau – betonte, dass das Klinikum nicht beim Pflegepersonal sparen werde. Pflege sei für ein gutes Image einfach unverzichtbar.

Dortmund. Dass er mit der Geschäftsführung des Klinikums unzufrieden ist, unterstrich Aufsichtsratsvorsitzender Ullrich Sierau in seiner Nachbetrachtung der letzten Sitzung. Der Vorschlag von Mechthild Greive, 22 Stellen in der Pflege abzubauen, habe ihn „überrascht und wenig erfreut“. Sierau weiter: „Diese Einsparung ist vom Tisch. Punkt.“

Für seine medizinischen Erfolge sei das Klinikum bekannt, führte Sierau aus. Aber die Pflege sei für ein gutes Image einfach unverzichtbar. Wer hier am falschen Ende spare, riskiere, dass Patienten woanders hingehen, wo sie sich besser aufgehoben fühlen.

„Es war Konsens im Aufsichtsrat, dass wir bei der Pflege nicht weiter sparen“, erinnerte Sierau. Durch das Vorpreschen der Geschäftsführung im Wirtschaftsplan, 22 Stellen in der Pflege abzubauen, sei „viel Unruhe“ angezettelt worden. Die Demonstration vor dem Klinikum in der vergangenen Woche sei völlig unnötig gewesen, weil „im Aufsichtsrat klar war, dass wir in der Pflege nicht weiter Personal abbauen“, meinte Sierau gestern. Auch einer Anrechnung von Krankenpflegeschülern auf den Stellenplan erteilte Sierau eine Absage.

Keine neuen Aufreger

„Ruhe“ wünscht sich Sierau für das Klinikum. „Und nicht immer neue Aufreger.“

Inwieweit Kostensteigerungen durch die anstehenden bzw. laufenden Tarifverhandlungen entstehen und eventuell Einsparungen erforderlich machen, soll erst beim Abschluss der Tarifverhandlungen entschieden werden.

Einen Topf hat das Klinikum im bundesweiten Topf des „Pflegeförderprogrammes“ ausfindig gemacht. Darin schlummern 34 Millionen Euro für besonders intensive Fälle, wie sie das Klinikum hat. Durch eine entsprechende Dokumentation soll die ausgemachte Geldquelle ab 1. Januar angezapft werden. Weiterhin gilt bekanntlich die Devise, im kommenden Jahr einen Betrag von ca. fünf Millionen Euro zu erwirtschaften, um erforderliche Investitionen aus eigener Kraft tätigen zu können. In diesem Zusammenhang erteilte Sierau eine Absage, das geplante geriatrische Zentrum mit privater Hilfe zu bauen. Diese Einrichtung werden sich allein in kommunaler Trägerschaft stemmen lassen, ist er überzeugt.

Interesse an schlanken Abläufen

Sparen will das Klinikum durch den Abbau von ärztlichen Überstunden. Die Mediziner hätten selbst ein Interesse an „schlanken“ Abläufen, ist Sierau überzeugt. Die hohe Überstundenbelastung sei „teilweise durch unstrukturierte Prozesse verursacht“.

Wie erwartet, endet die Ära Greive mit dem 30. November nächsten Jahres. Nach neun Jahren habe die Front-Frau nicht mehr das Vertrauen des Aufsichtsrates. Eine Findungskommission soll bundesweit nach geeigneten Kandidaten Ausschau halten. Es werde keine öffentliche Ausschreibung geben, widersprach Sierau aufgrund der schlechten Erfahrungen entsprechenden Gerüchten.

Der Kandidat für die Geschäftsführung müsse medizinische wie auch betriebswirtschaftliche Kompetenzen mitbringen. Er solle zeitnah gefunden werden, so dass der Rat der Stadt über die Personalie möglichst noch vor der Sommerpause abstimmen kann. In einem Jahr soll er dann die Arbeit am größten kommunalen Krankenhaus des Landes aufnehmen, so der Fahrplan.

 
 

EURE FAVORITEN