Sieben Jahre Haft und ein Fluchtversuch

Foto: WR/Franz Luthe
Sieben Jahre Haft wegen schweren Raubes und Diebstahls – als ein 26-Jähriger dieses Urteil hörte, packte ihn der Freiheitsdrang: Der Mann versuchte, aus rund vier Metern Höhe aus dem Fenster zu springen.

Dortmund.. Es war ein zäher Prozess mit einer „schwierigen Beweisaufnahme“, wie es der Vorsitzende Richter Thomas Kelm nannte. Mit Zeugen, die zum Teil aus der Haft vorgeführt wurden und im Gericht plötzlich unter Gedächtnisschwund litten. Und es war ein Prozess mit einem aufregendem Ende: Der Angeklagte, unter anderem wegen schweren Raubes zu sieben Jahren Haft verurteilt, versuchte aus dem Fenster zu springen.

Hätten die sofort eingreifenden Wachtmeister die Flucht nicht verhindert, ist es fraglich, ob der 26-Jährige seinen Sprung in die Freiheit überhaupt überlebt hätte. So, wie er sich gegen das Fenster warf, wäre er kopfüber auf den Gehweg an der Hamburger Straße gelandet. Und das aus rund vier Metern Höhe.

Verkäuferinnen wurden gefesselt und geknebelt

Der 26-Jährige – im Prozess gab er nur einen Einbruch in einen Spielzeugladen zu – gehört nach Überzeugung der 35. Großen Strafkammer zu einer Einbrecherbande und war demnach einer der beiden Männer, die am 17. April 2010 zwei Verkäuferinnen der Real-Filiale an der Schleefstraße in Aplerbeck überfallen haben. Die Frauen wurden gefesselt und geknebelt, bis heute leiden sie an den Folgen der Tat.

Auszubildender gab den Tipp

Einer der Männer hatte sich dabei als Real-Mitarbeiter verkleidet, daher gelang ihnen auch problemlos der Zutritt in den Kassenraum. Der Tipp kam von einem Auszubildenden: Der junge Mann kam in einem gesonderten Verfahren mit einer Bewährungsstrafe davon. Über die schlimmsten Minuten im Leben der zwei Frauen berichtete auch die Sendung „XY Ungelöst“. Die Beute betrug 74.000 Euro.

Komplize hatte den Plan ausgeheckt

Den raffinierten Plan hatte nach Überzeugung des Gerichtes einst ein anderes Bandenmitglied ausgeheckt. Selbst zur Tat schreiten konnte es dann allerdings nicht – der Mann landete wegen einer anderen Straftat im Knast. Da die Pläne nun schon mal in der Schublade lagen, zog man eben in anderer Besetzung los.

Das Gericht ist überzeugt, dass der 26-Jährige darüber hinaus im Februar 2010 bei einem Einbruch bei „Deichmann“ beteiligt war. Der Tresor wurde damals nicht geknackt, die Beute war bescheiden: mehrere Paar Socken. Verteidiger Rechtsanwalt Ralf Bleicher will gegen das Urteil Revision einlegen.

 
 

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