Urteil im BVB-Bomber-Prozess: Warum während der Urteilsverkündung plötzlich Gelächter im Saal ausbrach

Beim Prozess um den BVB-Mannschaftsbus-Attentäter Sergej W. kam es vor der Urteilsverküdnung zu Lachern im Saal.
Beim Prozess um den BVB-Mannschaftsbus-Attentäter Sergej W. kam es vor der Urteilsverküdnung zu Lachern im Saal.
Foto: Marcel Kusch/dpa-Pool/dpa

Das Urteil ist gefallen. BVB-Bomber Sergej W. muss für sein Attentat auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund am 11. März 2017 für 14 Jahre ins Gefängnis. Die Kammer blieb dabei unter den Forderungen der Staatsanwaltschaft (hier mehr lesen).

Während der Urteilsverkündung durch Richter Peter Windgätter brach jedoch plötzlich Gelächter im Saal aus.

BVB-Bomber-Prozess: Richter bekommt vor Urteilsverkündung Hustenanfall

Der hatte während der Verlesung des Urteils immer wieder mit Hustenanfällen zu kämpfen, sodass ihm erst Journalisten Wasser anboten, er später sogar noch Fishermans-Bonbons vom Staatsanwalt bekommen sollte.

Jedoch warf Staatsanwalt Carsten Dombert seine Bonbons nicht weit genug. Die Packung landete vor dem Richtertisch. Richter Windgätters Spruch zum verunglückten Wurf: „Ja, werfen Sie es mir doch vor die Füße!"

Gelächter im Saal. Eine kurze Aufheiterung in dem ernsten Fall im BVB-Bomber-Prozess.

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Sergej W. bekommt lebenslänglich

Anschließend sprach der Richter Sergej W. wegen versuchtem Mords in 29 Fällen, zweifache gefährliche Körperverletzung und der Herbeiführung einer Sprengstoff-Explosion schuldig.

Mit dem Urteil bleibt die Kammer nur knapp unter den Forderungen der Staatsanwaltschaft. In den letzten beiden Prozesstagen hatten Staatsanwaltschaft und Verteidigung ihre Plädoyers gehalten.

Richter: Haftstrafe für Sergej W. „kein Zuckerschlecken"

Die Kammer begründet ihre Entscheidung damit, dass es einige Punkte gebe, die für Sergej W. strafmildernd ausgelegt werden konnten. So habe sich Sergej W. bei Spielern und dem verletzten Polizisten entschuldigt. Zudem habe er zur Aufklärung des Falles beigetragen, indem er ein Teilgeständnis ablegte und die Kammer über die Zusammensetzung der Sprengsätze aufklärte.

Des Weiteren merkte der Richter an, dass die Haftstrafe für Sergej W. „kein Zuckerschlecken" werde und es unklar sei, ob die Einführung in den Gefängnisalltag für ihn „geräuschlos" vonstattengehe.

Sergej W. nahm das Urteil nahezu regungslos hin. Ob Staatsanwaltschaft oder Verteidigung Revision einlegen wollen, ließen beide vorerst offen.

 
 

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