Sechs Neonazis wegen "Stadtschutz"-Aktion in Dortmund angeklagt

Dortmund zählt zu den Hochburgen der Neonazis.
Dortmund zählt zu den Hochburgen der Neonazis.
Foto: Patrick Pleul/Archiv
Sie spielten sich als "Stadtschutz" auf, patrouillierten auf Friedhöfen zur angeblichen Abschreckung von Räubern - jetzt müssen sich sechs Neonazis selbst vor Gericht verantworten. Sie könnten bis zu zwei Jahre ins Gefängnis kommen. Der Grund sind ihre auffälligen T-Shirts.

Dortmund. Nach Ermittlungen der Polizei wirft die Staatsanwaltschaft ihnen einen Verstoß gegen das Versammlungsgesetz vor, da sie verbotswidrig bei einer Propaganda-Aktion im August 2014 uniformiert aufgetreten sein sollen. Damals spielten sich Neonazis nach einer Serie von Überfällen auf Seniorinnen auf Dortmunder Friedhöfen als Ordnungshüter auf. Zu erkennen waren sie an ihren leuchten gelben T-Shirts mit der Aufschrift "Stadtschutz".

Das Amtsgericht kann jeweils bis zu zwei Jahre Haft oder eine Geldstrafe verhängen. Einer der sechs Fälle führt vor das Jugendschöffengericht.

Verherrlichung der Nazi-Zeit

Polizeipräsident Gregor Lange bewertete das "militant-einschüchternde Auftreten" der Rechtsextremisten auch als Verherrlichung der nationalsozialistischen Zeit. Die Dortmunder Nazis hätten eine Verbindung zur Sturmabteilung (SA) der früheren Nationalsozialisten hergestellt.

Die von einem Verbot betroffenen Rechtsextremisten wollten damals gegen eine Verfügung des Polizeipräsidenten vorgehen, scheiterten aber vor dem Verwaltungsgericht Gelsenkirchen.

 
 

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