Schweres Gewitter in Dortmund - Feuerwehr löste Vollalarm aus

Überflutete Straßen, vollgelaufene Keller, Hagel und Starkregen - ein schweres Gewitter ist am Donnerstag über Dortmund gezogen. Besonders heftig erwischte es den Süden und Westen der Stadt. Bei der Feuerwehr gingen 270 Notrufe ein - teilweise im Sekundentakt. Der dramatische Tag im Minutenprotokoll.

Dortmund. 
Die wichtigsten Fakten im Überblick:

  • Schweres Gewitter zog zwischen 13 und 15 Uhr über Dortmund
  • Schwerpunkt über Westen und Südwesten
  • Hagel, Starkregen, Sturmböen,Wolken verdunkelten zwischenzeitlich Himmel komplett
  • Zahlreiche vollgelaufene Keller, umgefallene Bäume
  • Feuerwehr löst Vollalarm aus: AlleFreiwilligen FeuerwehrmännerDortmunds wurden alarmiert
  • Zwischenzeitlich waren 200 Feuerwehrmänner im Einsatz
  • Insgesamt bisher 270 Einsätze
  • Mehrere Straßen im Westen wurden überschwemmt.
  • Stadtbahn-Strecken U42/43/44 waren zeitweilig gesperrt
  • S4 zwischen Lütgendortmund und Dorstfeld fuhr bis in den Abend nicht
Nachtrag Freitag, 8.06 Uhr: Dortmund ist ruhig durch die Nacht gekommen. Die zweite Gewitterfront, die in den frühen Morgenstunden über NRW gezogen ist, führte zu keinen neuen Einsätzen der Feuerwehr. Es habe keinerlei besonderen Vorkommnisse gegeben, so die Feuerwehr auf Nachfrage unser Redaktion.

Dennoch gibt es noch Nachwehen des Gewitters: Im Westen und Süden Dortmunds gehen mehrere Ampelanlagen nicht, etwa an der Wittbräucker Straßeund am Indupark. Die Anlagen haben schlicht und ergreifend zu viel Wasser abbekommen.

Zusammenfassung Donnerstag 19.09 Uhr: Es ist ruhig geworden am Notruf der Feuerwehr. In der vergangenen Stunde kamen nur noch einzelne Einsätze dazu. Ganz anders war das am Anfang: Von 13.55 bis 15.30 Uhr waren teilweise Notrufe im Sekundentaktbei der Feuerwehr eingegangen.

Langsam hat die Feuerwehr-Leitstelle auch einen Überblick über die Einsätze. Die guten Nachrichten vorweg: Nach bisherigen Informationen wurde niemand während des Gewitters verletzt. Auch die S4 fährt nach Informationen der Bahn wieder.

Der heikelste Einsatz war die Rettung einer Frau und ihres Säuglings. Die beiden waren gegen 14.30 Uhr auf der Wittener Straße von den Wassermassen in ihrem Auto eingeschlossen worden. Feuerwehrmänner holten sie heraus. Auch an anderen Orten mussten Menschen aus ihren festgefahrenen Autos geholt werden.

Glück hatten die Autofahrer auf der Saarlandstraße. Dort stürzte während des Gewitters ein Betonbauteil von einem Dach auf die Straße. Dort fuhr gerade aber niemand

Ansonsten habe die Feuerwehr die ganz normalen Gewitter-Einsätze gehabt: 179 Mal kam die Pumpe zum Einsatz - bei vollgelaufenen Kellern, überfluteten Straßen, in Gullis. Genau aufschlüsseln konnte die Feuerwehr die Einsätze am Donnerstagabend nicht mehr.

Darüber hinaus verzeichnet das Einsatzbuch noch 24 Sägeeinsätze, also überall, wo Bäume und Äste der Macht der Böen nicht standhielten.

An dieser Stelle beenden wir unseren Liveticker. Vielen Dank für Ihr Interesse! Sollten wider Erwarten neue Entwicklungen auftreten, halten wir Sie an dieser Stelle natürlich weiter auf dem Laufenden.


Hier können Sie den Tag noch einmal Revue passieren lassen.


Ursprungsmeldung 13.09 Uhr:

In Dortmund zieht ein schweres Gewitter von Südwest nach Nordost durch, so der DWD. Dabei kann es lokal Starkregen über 30 Liter pro Quadratmeter je Stunde und Hagel mit mehr als 2 Zentimeter Durchmesser geben. Einzeln sind schwere Sturmböen um 90 km/h möglich.Die Warnung gilt erst einmal bis 14 Uhr.

Der DWD warnt:

  • Bei Blitzschlag besteht Lebensgefahr! Vereinzelt können zum Beispiel Bäume entwurzelt und Dächer beschädigt werden.
  • Achten Sie auf herabstürzende Äste, Dachziegel oder Gegenstände. Überflutungen von Kellern und Straßen sowie örtliche Überschwemmungen an Bächen und kleineren Flüssen sind möglich
  • Es können zum Beispiel Erdrutsche auftreten.
  • Schließen Sie alle Fenster und Türen!
  • Sichern Sie Gegenstände im Freien!
  • Halten Sie insbesondere Abstand von Gebäuden, Bäumen, Gerüsten und Hochspannungsleitungen!
  • Vermeiden Sie möglichst den Aufenthalt im Freien!
Bereits am Mittwoch streifte ein schweres Gewitter Dortmund. In Teilen des Südens (Aplerbeck, Sölden, Höchsten, Holzen) kam es zu schweren Regenfällen.

14.05 Uhr:Es ist stockduster in der Innenstadt. Gegen 13.10 Uhr erreichte die Gewitterfront die City - inklusive Starkregen und Gewitterböen. In Kirchderne hagelte es, ebenso auch im Technologiezentrum.

In Eichlinghofen strömt das Regenwasser in die ersten Keller.

Der Deutsche Wetterdienst hat seine schwere Gewitterwarnung auf 15 Uhr ausgedehnt, der konkurrierende Dienst unwetterzentrale.de hat für den Stadtbezirk Hombruch die höchste Unwetterwarnung ausgegeben.

Bei der Feuerwehr ist bisher noch kein Unwettereinsatz eingegangen.

14.37 Uhr:Der Regen in der Innenstadt lässt langsam nach - bei der Feuerwehr beginnt die Arbeit erst. Bei der Feuerwehr gehen laufend Meldungen ein.

Einer unser Fotografen hat sich eben aus dem Westen der Stadt gemeldet: Er sagt, dass mehrere Straßen in Lütrgendortmund überflutet sind. Er war gerade an der Westermannstraße, wo an der Ecke Volksgarten eine Frau aus einem im Wasser feststeckenden Auto herausgeholt werden musste.

Auch an der Martener Straße in Richtung Lütgendortmund steht im 70er-Bereich Wasser auf der Fahrbahn, ebenso an der Westricher Straße.

14.48 Uhr:Um 14.30 Uhr zählte die Feuerwehr 50 Unwetter-Einsätze. Es seien die Klassiker, so die Feuerwehr: Vollgelaufene Keller, überflutete Straßen, umgestürzte Bäume. Der Schwerpunkt der Einsätze liegt eindeutig im Westen, so die Feuerwehr.

14.56 Uhr:Von oben kommt nun wenigstens kein Wasser mehr nach: Das Unwetter ist über Dortmund hinweg gezogen. Der Deutsche Wetterdienst hat soeben die Unwetterwarnung für die Stadt aufgehoben.

15.24 Uhr:Derzeit zählt die Feuerwehr 170 Einsätze. "Die Lage scheint sich jetzt aber zu entspannen", so ein Feuerwehr-Sprecher. Es wurde in der Feuerwehrwache 1 ein kleiner Stab gegründet, der die Einsätze koordiniert.

16.07 Uhr:Das Gewitter wurde quasi live im Internet begleitet. "13:39 Uhr und in Dortmundmuss man das Licht einschalten", twitterte @marcwirtzel, "Nicht mal den TU-Leuchtturm kann man mehr sehen", so @RotePunkte.16.21 Uhr:Gerade ist eine Lagebesprechung der Feuerwehr zuende gegangen - die Leitzentrale der Feuerwehr ist jetzt auch wieder auf den neuestem Stand. Derzeit sind 200 Feuerwehrmänner draußen, es gibt 250 Einsätze.

Die Feuerwehr hat Vollalarm ausgelöst. Jeder der 19 Löschzüge der Dortmunder Freiwilligen Feuerwehr ist mit mindestens einem Wagen im Einsatz. Es gibt aber noch genügend Einsatzkräfte in Reserve, so die Feuerwehr.

16.52 Uhr:Das Gewitter hat auch den Fahrplan des öffentlichen Nahverkehrsnetzes kräftig durcheinander gebracht. Die Busse in Marten, Kirchlinde, Lütgendortmund und Kley sind genauso wie der Autoverkehr durch die überschwemmten Straßen betroffen.

Auch der Stadtbahnverkehr war am Nachmittag beeinträchtigt: Die U42 konnte von 13.45 bis 15.45 Uhr nur bis zur Gleiwitzstraße in Scharnhorst fahren, weil Äste auf die Oberleitung gefallen waren. Für die U43 war von 14 bis 14.55 Uhr am Brackeler Feld Schluss, weil die Strecke überschwemmt war. Die U44 kam von 13.45 bis 14.55 Uhr nur bis zur Dorstfelder Brücke. Dort stand die Unterführung komplett unter Wasser.

Inzwischen fahren alle Stadtbahnen wieder normal.

17.23 Uhr:Wie viel Wasser über Dortmund niedergeprasselt ist, wird deutlich, wenn man sich die Daten der Wetterstationen anschaut. An der Wetterstation Dortmund-Uni von Meteomedia wurden von 13 bis 15 Uhr 33,1 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gemessen. Zum Vergleich: Der durchschnittliche Niederschlag in Dortmund für den ganzen Monat Juni liegt bei 85 Liter.

Noch viel extremer sind die Messwerte einer privaten Wetterstation an der Stadtgrenze zu Castrop-Rauxel. Die verzeichnete während des Gewitters sagenhafte 59 Liter pro Quadratmeter in 22 Minuten. Diplom-Meteorologin Rebekka Krampitz sah in den Werten über Twitter zumindest eine realistische Größenordnung.

17.32 Uhr:Die Feuerwehr steht mittlerweile bei 267 Einsätzen, es kommen nur aber nur noch vereinzelte Notrufe hinein. Nur noch 60 Einsätze sind noch offen. Die Feuerwehr geht davon aus, dass sie in zwei Stunden zurück in den Normalbetrieb gehen kann.

17.52 Uhr:Die Polizei Dortmund zählte nach dem Gewitter 32 Gefahrenstellen auf Dortmunds Straßen, wobei darunter alles vom heruntergefallenen Ast bis zur überfluteten Straße fällt.

18.17 Uhr: Eine weitere Einschränkung im Nahverkehr: Die S4 fährt seit dem Gewitter nicht zwischen Lütgendortmund und Dorstfeld. Einfacher Grund: Die Gleise stehen unter Wasser.

Von Thomas Thiel