Schwarz-Rot in Dortmund einig bei Flugzeiten

Die Dortmunder Politik gibt das Startsignal für eine Verlängerung der Betriebszeiten am Flughafen in Wickede. Unklar ist, wie die rot-grüne Landesregierung in Düsseldorf reagiert. Foto: Franz Luthe
Die Dortmunder Politik gibt das Startsignal für eine Verlängerung der Betriebszeiten am Flughafen in Wickede. Unklar ist, wie die rot-grüne Landesregierung in Düsseldorf reagiert. Foto: Franz Luthe

Dortmund.. Für die Gegner längerer Betriebszeiten am Dortmunder Flughafen wird die Luft dünner. SPD- und CDU-Fraktion haben am Dienstag mit Oberbürgermeister Ullrich Sierau endlich einen Ausbau-Kompromiss festgezurrt. Eine entsprechende Beschlussfassung kann bei der Ratssitzung am 18. November wegen der schwarz-roten Mehrheit im Stadtparlament durchstarten. Eine Verlängerung der Start- und Landebahn ist bis auf weiteres vom Tisch.

Die Grünen dagegen stehen mit ihrer Auffassung, der Düsseldorfer Koalitionsvertrag schließe eine Ausweitung der Betriebszeiten in Dortmund von vorneherein aus, zunehmend im Regen. Eine öffentliche Rückendeckung durch Ministerpräsidentin und SPD-Landeschefin Hannelore Kraft erhält der grüne Koalitionspartner jedenfalls nicht. Eine Anfrage der WAZ in der Düsseldorfer Staatskanzlei, Kraft möge in der Sache ein klärendes Wort sprechen, bleibt seit Tagen trotz Erinnerung vielsagend unbeantwortet.

Die politischen Befürworter des Ausbaus verspüren dagegen Auftrieb. Die Einigung am Dienstag erfolgte minutenschnell - freilich nach tagelangen internen Vorgesprächen. Dem Vernehmen nach dauerte die Zusammenkunft von OB, Stadtwerkechef Guntram Pehlke sowie den Fraktions- und Parteispitzen nicht einmal eine halbe Stunde. Danach aber war alles in trockenen Tüchern: SPD, CDU und Oberbürgermeister ziehen nun mit folgendem Schlachtplan in die Abstimmung am 18. November:

Die Regelbetriebszeit am Flughafen wird um eine halbe Stunde auf 22.30 Uhr verlängert.

Erweiterte Betriebszeit für „Homecarrier“ bis 23 Uhr

Für Fluggesellschaften, die Dortmund entweder als Basis für ihre Maschinen nutzen (so genannte Homecarrier) oder die ihr Fluggerät zumindest in Wickede über Nacht parken, soll eine erweiterte Betriebszeit bis 23 Uhr gelten. Zurzeit „übernachtet“ am Flughafen jeweils eine Maschine von Germanwings, Air Berlin und Easyjet. Homecarrrier gibt es nach dem Abflug der vier in Wickede stationierten Easyjet-Maschinen vor zwei Jahren gar nicht mehr. Mit der Staffelung der Zeiten verknüpft sich die Hoffnung, Dortmund als Basis wieder interessanter zu machen. Eine Verlängerung um eine Stunde würde es Airlines ermöglichen, ihre Maschinen nicht wie bisher maximal drei-, sondern viermal an einem Tag in die Luft zu bringen.

Der Verspätungszuschlag von jeweils einer halben Stunde (bis 23 Uhr beziehungsweise 23.30 Uhr) wird nur landenden Maschinen eingeräumt, nicht - wie es OB und SPD ursprünglich wollten - auch startenden.

Eine Verlängerung der Start- und Landebahn ist bis auf weiteres vom Tisch.

Nach fünf Jahren neu prüfen

Spätestens nach fünf Jahren greift eine Revisionsklausel. Erfolg oder Misserfolg der neuen Regelungen soll dann auf den Prüfstand.

Einbringen wollen SPD und CDU ihren Kompromiss in jeweils eigenen Anträgen. Winkt der Rat das Paket erwartungsgemäß durch, bleibt am Flughafen zunächst alles beim Alten. Das letzte Wort in Sachen Betriebszeitenverlängerung wird bekanntlich in Münster gesprochen - bei der zuständigen Bezirksregierung.

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