Schüler-Protest in der Kantine für mehr Mensen in Dortmunds Schulen

Schüler und Schülerinnen demonstrierten am Donnerstag mit einem Gang zur Kantine der Stadt Dortmund für eigene Mensen an den Dortmunder Schulen. Foto: Franz Luthe
Schüler und Schülerinnen demonstrierten am Donnerstag mit einem Gang zur Kantine der Stadt Dortmund für eigene Mensen an den Dortmunder Schulen. Foto: Franz Luthe
Foto: WR/Franz Luthe

Dortmund. Die Stadt hat mehrere hundert Schüler am Donnerstag zum Essen eingeladen. Denn die haben die Stadtkantine an der Kuhstraße besetzt. Mit Transparenten wie „Ohne Essen kannste Bildung vergessen“ machten sie auf den Mensa-Mangel an den Schulen aufmerksam. Viele mussten aber vor der Tür ausharren. Die Kapazität der Kantine ist auf 200 Personen beschränkt.

Dortmunds Schuldezernentin Waltraud Bonekamp zeigte Verständnis für die protestierenden Schüler angesichts fehlender Mensen: „Ich weiß ja, dass ihr eine bessere Ausstattung benötigt.“ Aber das sei eine Frage des Geldes. In den Grundschulen habe man ein flächendeckendes Angebot geschaffen - bei 91 Schulen. „Das war ein riesiger Kraftakt, bei dem uns das Land und der Bund unterstützt haben“, so Waltraud Bonekamp.

Nun stehe man vor der großen Aufgabe, drei Gymnasien und eine Realschule auch mit neuen Räumen an den bereits laufenden Ganztagsunterricht (G8-System) anzuschließen. Ein großer finanzieller Aufwand. Allein für das Heisenberg-Gymnasien seien vier Millionen Euro veranschlagt.

Wenn es schon nicht gelinge, richtige Mensen an den Schulen einzurichten, so müsse zumindest Küchen und Aufenthaltsräume geschaffen werden. „Denn ein leerer Magen schreibt keine guten Noten“. An den anderen Schulen müsse man „eine gewisse Verpflegungsqualität“ sicherstellen. Dazu gehörten Brötchen oder auch ein Bistro, in dem man einkaufen könnte. „Wir können das allerdings nur Schritt für Schritt stemmen.“

Die Stadt hatte im Vorfeld den städtischen Bediensteten angeraten, an diesem Tag die Stadtkantine nicht zu nutzen. Und so verloren sich nur einige Mitarbeiter unter den Schülerinnen und Schülern. Dafür gab’s eine reduzierte Speisekarte mit Spaghetti Bolognese, Hähnchengeschnetzeltem oder einer Suppe mit Bockwurst. „Damit sie uns in guter Erinnerung behalten, werden wir sie zum Essen einladen“, erklärte Abteilungsleiter Gerd Müller den Schülern.

Und da fast alle mächtig Hunger schoben, wollte Bezirksschülersprecher Jan Prinz auch nicht viel sagen. Es sei eine Schnapsidee der Eltern gewesen, dieser „Besuch in der Stadtkantine“. Prinz: „Ich lass lieber das Gelaber. Esst! Endlich!“

 
 

EURE FAVORITEN