Schlagermuseum für Dortmunder Brückstraße geplant

DJ Ötzis Mütze ist schon da – als eins der ersten Ausstellungsstücke. Foto: Arnold Rennemeyer/WAZ-Fotopool
DJ Ötzis Mütze ist schon da – als eins der ersten Ausstellungsstücke. Foto: Arnold Rennemeyer/WAZ-Fotopool
Foto: WAZ FotoPool

Dortmund.. Bekommt die Stadt ein neues Museum? Der Dortmunder Ingo Grabowsky will im Brückstraßenviertel das „Europäische Schlagermuseum“ eröffnen – und sucht derzeit nach Sponsoren und einem Ort für das 3-Mio.-Projekt.

Dortmund soll ein neues Museum bekommen: das „Europäische Schlagermuseum“. Ob, wie, wo und wann das Museum eröffnet steht bislang noch nicht fest – aber Organisator Dr. Ingo Grabowsky (39) ist zuversichtlich, in nicht allzu ferner Zukunft die Geschichte des europäischen Schlagers von A bis Z zeigen zu können. „Am liebsten wäre uns das Brückstraßenviertel“, erklärt Grabowsky. Schon allein wegen der Nähe zu Innenstadt, U-Turm und geplantem DFB-Museum.

Sponsoren für das 3-Mio.-Projekt gesucht

„Wir sind derzeit noch auf der Suche nach Sponsoren“, so Grabowsky. Er veranschlagt das Projekt mit rund drei Millionen Euro. Auch ein Gebäude sei noch nicht gefunden – aber gemeinsam mit der städtischen Wirtschaftsförderung bekomme man das schon hin.

Mehr als ideelle Unterstützung gebe es seitens der Stadt allerdings nicht, versichert Sprecher Pascal Ledune. „Finanziell können wir das Projekt schon aufgrund unserer Haushaltslage nicht unterstützen. Aber natürlich freuen wir uns über jedes privatwirtschaftliches Engagement, das die Stadt stärkt, und tun organisatorisch alles, was wir können.“ Schließlich habe Dortmund kein Neuschwanstein und auch keinen Kölner Dom. Um die Aufenthaltsdauer in Dortmund zu verlängern, brauche es andere Projekte – wie das DFB-Museum oder eben ein Schlagermuseum.

Auch unrühmliche Epochen nicht aussparen

Die Idee kam Ingo Grabowsky schon bei einer von ihm konzipierten Ausstellung 2007. Damals knüpfte der Dortmunder Historiker auch erste Kontakte zur Stadt und nahm mit seinem Konzept am Landeskulturwettbewerb Create.NRW teil. Leider ohne Erfolg. Durch seine Arbeit habe er zudem viele Kontakte zu Schlagersängern und anderen Akteuren aus der Szenen.

„Ich habe seit meiner Jugend eine starke Affinität zum Schlager“, so Grabowski. In seinem Museum will er die gesamte Breite des europäischen Schlagers abbilden – von deutschem Schlager über französischen Chanson und italienische Canzone bis hin zum Balkan. Auch unrühmliche Epochen wie den Schlager im Dritten Reich werde man nicht aussparen.

Die weiße Gitarre von Nicole

„Es soll ein lebendiges Haus werden, interaktiv und mit vielen Mitmach-Stationen“, visioniert Grabowsky, der auch einige Zeit als Kurator im Haus der Geschichte in Bonn gearbeitet hat. „Mit einem konventionellen Museum kann man schließlich nicht mehr viel erreichen“. Ein Ausstellungsstück hat der 39-Jährige schon: die weiße Strickmütze von DJ Ötzi. Aber viele weitere stehen noch auf seine Wunschliste. Die weiße Gitarre von Nicole, ein Flügel von Gilbert Becaud, die Glitzerkostüme von ABBA. Das alles auszustellen – das habe der Schlager verdient.

Einen Vorgeschmack soll die Wanderausstellung "Schlager! Eine musikalische Zeitreise von A bis Z" geben, die am 13. Mai 2011 im Museum für Kunst und Kulturgeschichte (MKK) eröffnet – organisiert von Ingo Grabowsky selbst.

 

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