Schalke-Fan narrte BVB-Fanclub

Das Haus des 1. christlichen BVB-Fanclub in Dortmund.
Das Haus des 1. christlichen BVB-Fanclub in Dortmund.
Foto: WNM
Am Tag der Meisterfeier kaperte offenbar ein Anhänger des FC Schalke die Räumlichkeiten des 1. Christlichen BVB-Fanclubs „Totale Offensive“. „Blau und Weiß, wie lieb ich dich“, schallte es aus einem Fenster.

Dortmund.. Die ganze Stadt war schwarz und gelb geschmückt, als der BVB per Autokorso durch Dortmund zur Westfalenhalle ziehen wollte. Ganz am Anfang der Strecke, kurz vor dem Rolltor der Westfalenhütte, steht das Haus des „Stern im Norden“, in dem unter anderem der 1. Christliche BVB-Fanclub „Totale Offensive“ seine Räumlichkeiten hat. Die Fans hatten sich etwas Besonderes ausgedacht: Wenn der Wagen mit der Mannschaft kam, sollte ein Posaunenchor „Amazing Grace“ spielen, in Dortmund besser bekannt als „Leuchte auf Borussia“.

Blau und Weiß, wie lieb ich dich

Doch um 11.30 drangen ungewohnte Klänge aus einem der Fenster: „Blau und Weiß, wie lieb ich dich“ – das Vereinslied des FC Schalke 04. DerWesten hörte mit und tickerte: „Der 1. christliche BVB-Fanclub übertreibt es mit der Nächstenliebe: ,Blau und Weiß, wie lieb ich dich’ schallte es da kurz aus den Lautsprechern’“. Wirklich ein Akt der Feindesliebe? Thomas Stede, zweiter Vorsitzender des Fanclubs verneint vehement: „Das haben wir überhaupt nicht wahrgenommen“, so der BVB-Fan. Vielmehr habe er Angst, dass den Mitgliedern des Fanclubs nun Ärger auf der Südtribüne drohe. Darum wollen Stede und der Öffentlichkeitsarbeiter des Klubs, Oliver Römer, nun versuchen, den Täter zu ermitteln. Der Verdacht: Im „Stern im Norden“ sind aúch Zivildienstleistende untergebracht – “möglicherweise ist da auch ein Blau-Weißer drunter“, mutmaßt Stede.

Zur Rede stellen

Stede und Römer werden ermitteln, wer der Blaue ist und ihn zur Rede stellen. „Da ist jemand übers Ziel hinaus geschossen“, sagt Stede. Denn trotz des Gebots der Nächstenliebe würde der christliche Fanclub niemals das Liedgut des Nachbarn aus Gelsenkirchen pflegen. Stattdessen hätte sich der Verein sehr viel Mühe gegeben, um der Mannschaft einen meisterwürdigen Empfang zu bereiten. In Heimarbeit hatten die Mitglieder tagelang geklebt, geschuftet und gebastelt, um ein 36 Meter langes Banner an der Fassade entlang aufzuhängen.

Im Ligaalltag bietet der Fanclub alle Spiele des BVB auf einer Großleinwand, um Kindern in der Nordstadt Fußballgenuss ohne Alkohol und Nikotin zu ermöglichen. Als praktizierte Nächstenliebe quasi.

 
 

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