Sanierung des Hauptbahnhofs Dortmund dauert - Wenig Licht am Ende des Tunnels

Maria Haensch
Sanierungsarbeiten im Hauptbahnhof Dortmund. Foto: Knut Vahlensieck
Sanierungsarbeiten im Hauptbahnhof Dortmund. Foto: Knut Vahlensieck
Foto: Knut Vahlensieck

Dortmund. Das Dutzend Arbeiter, das im zukünftigen Servicepoint der Bahn am Hauptbahnhof werkelt, hat es nicht leicht. Alle paar Minuten steht ein neuer Bahnpassagier vor der Glasfassade und begutachtet die Handwerker. „Lass mich rein“, scheinen die Leute vor der Tür sagen zu wollen. Denn das Service-Center der Bahn sollte schon länger fertig sein, genau wie der Rest der Sanierung des Bahnhofs. Dass die Arbeiten noch andauern, sorgt bei den Reisenden für gemischte Gefühle.

Wirkliche Beschwerden gibt es in den Dortmunder Bahnhofs-Geschäften aber wegen des neuen Toiletten-Systems. Blitzbank ist das stille Örtchen, doch der Einlass kostet einen Euro pro Besuch. Dafür bekommt der Gast nach Raststätten-System einen Gutschein über 50 Cent. Das Problem: Den Gutschein löst nicht einmal die Bahn selbst ein. Nur bei McCafé und Kentucky Fried Chicken kann der Kunde von dem Toilettengang auch profitieren.

Einigen Pendlern ist die Lage um die Toiletten-Gutscheine aber auch herzlich egal, weil ihnen der neue Bahnhof einfach gefällt. Arslan Feray fährt jeden Tag von Dortmund aus: „Ich denke, dass sich die Sanierung gelohnt hat. Es ist wirklich schöner, moderner und die Auswahl beim Essen ist größer.“

Das sieht nicht jeder so. Marion Jabsen, die im Fisch-Im-Biss arbeitet, sagt: „Die Leute sagen hier häufig, dass der Umbau sehr teuer war und man jetzt kaum etwas davon sieht.“

Man hätte den gesamten Bahnhof sanieren sollen, sagt auch Jürgen Kuckelke, der bei k Presse & Buch arbeitet. Ihm persönlich hätten die Sanierungs-Vorschläge besser gefallen, die auch den Nordausgang und den Weg dorthin mit einbezogen hätten.

„Es gibt keinen besseren Durchlauf vor den Gleisen und hier hinten stehen wir mit dem gleichen Bahnhof da wie vorher“, sagt Kuckelke. „Vorne ist es aber besser geworden, das war auch wirklich nötig.“

Vor dem Geschäft wird unterdessen weiter fleißig gehämmert und geschweißt, der Lärm fügt sich in das normale Gewühl des Bahnhofs. Genau deswegen habe sich die Sanierung eher nicht gelohnt, sagt Barbara Freitag aus Selm, die den alten Bahnhof noch kennt. „Die Umbauzeit war viel zu lang, wir haben nie einen Parkplatz gefunden, es war voll und schmutzig. Das wäre alles ok, wenn danach ein schöner Bahnhof entstünde, aber das hier ist enttäuschend. Der Umbau hat einfach nichts gebracht.“

Auf dem Bahnsteig stimmt eine ältere Dame ein: „Ich habe jetzt vier Stunden im Zug gesessen und muss bis dahinten laufen“, sagt sie und stützt sich auf ihren Gehstock. Die Rolltreppe auf der einen Seite ist gesperrt, auf der anderen fährt sie nur nach oben. „Ich fahre schon nur noch ICE, weil ich in die anderen Züge kaum rein komme. Und immer wenn ich ankomme, sind hier in Dortmund die Rolltreppen abgestellt, Aufzüge gibt es sowieso nur auf den anderen Gleisen.“ Warum die Rolltreppe nicht funktioniere, fragt sie dann auch das vorbeikommende Sicherheitspersonal. Fehlanzeige, es gibt weder eine Antwort noch ein Hilfsangebot.

Ihr Problem, sagt sie, interessiere hier keinen. „Jeder kleine Bahnhof in Ostdeutschland hat einen Aufzug am Gleis. So etwas wie hier, das gibt es auch nur in Dortmund.“