Sanierung des Big Tipi soll 600.000 Euro kosten

Rolf Maug
Das Big Tipi, einst als größtes Indianerzelt der Welt eingekauft, ist schon längere Zeit gesperrt. Weil die hölzernen Stangen faulen, stimmt die Statik nicht mehr.                                                                              Foto: Helmuth Voßgraff
Das Big Tipi, einst als größtes Indianerzelt der Welt eingekauft, ist schon längere Zeit gesperrt. Weil die hölzernen Stangen faulen, stimmt die Statik nicht mehr. Foto: Helmuth Voßgraff
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Dortmund. Ob die Sanierung des Big Tipi - als größtes Indianerzelt der Welt von der Expo 2000 in Hannover nach Dortmund geholt - im Rat eine Mehrheit finden wird, steht dahin. Sicher ist: Die Abstimmung wird zunächst einmal vertagt.

Zwar ist auch in der größten Ratsfraktion das letzte Wort noch nicht gesprochen über die 600 000 Euro, die die Immobilienwirtschaft ausgeben will, um die durchgefaulten Zeltstangen zu reparieren. Doch grundsätzliche Einwände gegen den Vorschlag der Verwaltung hege man nicht, sagt SPD-Fraktionsgeschäftsführer Dr. Andreas Paust.

Leuchtturmpolitik

Ganz anders die CDU. Sie hatte schon beim spektakulären Einkauf des „größten Indianerzelts der Welt“ als Leuchtturm für die Dortmunder Jugendpolitik - abgewunken. Und bleibt dabei. Rosemarie Liedschulte, stellv. Fraktionsvorsitzende: „Das Geld hat die Nordstadt an anderer Stelle sicherlich nötiger.“

FDP und Bürgerliste sagen (noch) nicht Nein, stellen heute im Finanzausschuss aber jede Menge bohrender Fragen. Dreh- und Angelpunkt: Hat die Immobilienverwaltung ihre Hausaufgaben erledigt?

Daran zweifeln selbst die Grünen. Dabei waren sie es gewesen, die seinerzeit mit den Genossen im Rat dafür gestimmt hatten, das Vorzeige-Zelt nach Dortmund zu holen. Grundsätzlich sind auch die Grünen bereit, Geld in die Hand zu nehmen, um das als Klettergarten genutzte Zelt zu erhalten. „Aber nicht um jeden Preis“, betont Fraktions-Chef Mario Krüger.

Ausgerechnet die beiden Hauptargumente der Verwaltung - sonst müssten Fördergelder zurückgezahlt werden und das Geld stehe doch schon im Haushalt - können bei FDP / Bürgerliste wie Grüne nicht recht verfangen.

„Dass wir tatsächlich Fördermittel zurückgeben müssten, wenn wir einen fliegenden Bau nicht 20 Jahre lang erhalten - das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen“, ist Mario Krüger nicht mal sicher, dass die Stadt schon mal mit der Bezirksregierung telefoniert und den Versuch gestartet hat, aus der Mittelbindung (Urban II) entlassen zu werden.

Um Bedenkzeit gebeten

Genau wie der FDP / Bürgerliste kommt es den Grünen zudem komisch vor, dass die Verwaltung im Haushalt 2010 600 000 Euro Rückstellungen gebildet hatte für die Sanierung des (inzwischen außer Betrieb genommenen) Big Tipi. Krüger: „Und genau diesen Betrag soll die Reparatur jetzt kosten.“

Diese und weitere Zweifel kommen im Vorfeld der Entscheidung des Rates - sie sollte am 26. Mai fallen - zum Tragen. Der Kinder- und Jugendausschuss hat der Verwaltung aufgegeben, auf alle Fragen Antworten zu liefern. Im Lichte dieser Antworten wolle man in der Sitzung am 1. Juni nochmals in die Beratung einsteigen. Der Rat wurde gebeten, den Tagesordnungspunkt von seiner Mai-Sitzung zu streichen. Dem Antrag auf Vertagung dürfte sich der Finanzausschuss anschließen.