Salafisten kündigen Groß-Kundgebung in Dortmund an

Der salafistische Prediger Pierre Vogel gilt vielen als "Hassprediger", der extreme Ansichten vertritt.
Der salafistische Prediger Pierre Vogel gilt vielen als "Hassprediger", der extreme Ansichten vertritt.
Foto: Marius Becker (dpa)
Eine Kundgebung sorgt für Besorgnis bei Dortmunds Kommunalpolitikern: Für Samstag hat der salafistische Hassprediger Pierre Vogel eine Kundgebung an der Kampstraße angekündigt. Die Dortmunder CDU fürchtet jetzt, dass die Stadt zu einer Salafisten-Hochburg wird.

Dortmund. Hunderte Salafisten wollen sich offenbar am Samstag in Dortmund treffen. Um 14 Uhr soll eine Kundgebung an der Ecke Kampstraße/Katharinenstraße stattfinden. In einem Video ruft Hass-Prediger Pierre Vogel auf seiner Homepage zur Teilnahme auf.

Der Titel der Veranstaltung soll offenbar Verwirrung stiften: Er lautet "Gib islamischen Extremisten keine Chance". Nach Einschätzung von Experten sind es hingegen Vogel und seine salafistischen Anhänger, die extreme Ansichten vertreten.

Ursprünglich sollte die Kundgebung auf dem Friedensplatz stattfinden, doch diesen Versammlungsort konnte die Stadt mithilfe der Polizei abwenden. Für die Kampstraße ist laut Polizei nun eine Kundgebung mit 200 bis 500 Teilnehmern angemeldet. Gegen-Demonstrationen seien bislang nicht angemeldet, so Sprecherin Amanda Vorderderfler.

Die CDU-Fraktion im Ausschuss für öffentliche Ordnung hatte am Dienstag ihre Besorgnis darüber geäußert, dass Vogel zum zweiten Mal zu einer Kundgebung kommt. "Wir möchten nicht, dass Dortmund zu einer Salafisten-Hochburg wird", stellte die ordnungspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Christiane Krause, fest.

Kein Hinweis auf Dschihadisten oder "Schläfer" in Dortmund

Nach dem Motto "Wehret den Anfängen" will die Stadtverwaltung bis Mitte des Jahres ein Konzept zum Umgang mit extremistischen Salafisten vorlegen. "Wir haben in Dortmund kein Salafisten-Problem", stellte Rechtsdezernentin Diane Jägers (CDU) im Ausschuss für öffentliche Ordnung klar. Dschihadisten seien hier nicht bekannt, auch über etwaige Schläfer gebe es keine Erkenntnisse.

Die Salafisten bedienten sich derselben Strategien wie die Neonazis, so Jägers. Es gebe zwar keinen Anlass für Panik oder Hysterie, doch man wolle verhindern, dass Salafisten wie andernorts Wohnraum in Familienzentren umwandelten und Sportvereine oder Angebote der organisierten Kinder- und Jugendbetreuung unterwanderten. Einen entsprechenden Jugendtreff habe die Stadt bereits verdrängen können.

 
 

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