Runder Tisch gegen Nazis in Dortmund gegründet

Neonazis sind in Dortmund unerwünscht: Ein Runder Tisch gegen Rechtsextremismus geht das Nazi-Problem an. Foto: Olaf Malzahn/dapd
Neonazis sind in Dortmund unerwünscht: Ein Runder Tisch gegen Rechtsextremismus geht das Nazi-Problem an. Foto: Olaf Malzahn/dapd
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Im Kampf gegen den Rechtsextremismus setzt Dortmund ein neues Instrument ein: den Runden Tisch gegen Nazis. Verschiedene gesellschaftliche Akteure kommen an ihm zusammen, um sich koordiniert und zielgerichtet gegen die braune Brut zu organisieren. Das Ziel: Ein nazifreies Dortmund!

Dortmund. Zur ersten Sitzung des von Oberbürgermeister Ullrich Sierau einberufenen stadtweiten Runden Tisches gegen Rechtsextremismus haben sich am vergangenen Freitag führende Vertreterinnen und Vertreter der Dortmunder Stadtgesellschaft im Rathaus getroffen. Beim neuen Runden Tisch gegen Rechtsextremismus handelt sich um ein Informations-, Steuerungs- und Interventionsinstrument des Oberbürgermeisters. Es geht darum, möglichst viele gesellschaftliche Akteure im Kampf gegen Rechtsextremismus zu beteiligen.

Damit ist ein neues Format der Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus in der Stadt eingeführt, das die bisherigen Strukturen ergänzt. Der jetzt zusammen gekommene Personenkreis kann in besonderer Weise eine Multiplikatorenwirkung in die eigenen Organisationen aber auch in die ganze Stadtgesellschaft hinein wahr nehmen.

Ziel: Nazifreies Dortmund

Sierau war beeindruckt von dem großen emotionalen Engagement, das in der Diskussion deutlich wurde: „Wir waren uns völlig einig, dass in Dortmund für Rechtsextremismus kein Platz sein darf. Alle Beteiligten wollen persönlich und mit der Organisation, die sie vertreten, Gesicht zeigen. Unser gemeinsames Ziel heißt, Dortmund nazifrei zu machen. Dazu müssen wir u.a. in der gesellschaftlichen Präventionsarbeit noch zulegen.“

Der Runde Tisch soll unter der Moderation des städtischen Sonderbeauftragten Harmut Anders-Hoepgen regelmäßig an wechselnden Orten tagen. Permanent auf der Agenda stehen die Themen Entwicklung der rechtsextremen Szene, Maßnahmen der Mitglieder des Runden Tisches, Kooperationsmöglichkeiten, sowie ordnungsrechtliche Initiativen. Die nächste Sitzung wird vor dem Hintergrund der bemerkenswerten Zwangsarbeiter-Ausstellung, die aktuell in der Zeche Zollern II/IV läuft, dort im Juni stattfinden.

An der ersten Sitzung des Runden Tisches haben neben Oberbürgermeister Ullrich Sierau folgende Personen bzw. Organisationen teilgenommen:

  • Gunther Niermann - AG der Wohlfahrtsverbände
  • Klaus Wegener - Auslandsgesellschaft NRW
  • Axel Schroeder - City-Ring
  • Jutta Reiter - DGB
  • Manfred Kossack - DSW21
  • Andreas Peppel - Einzelhandelsverband Westfalen-Münsterland
  • Paul-Gerhard Stamm - Evangelische Kirche
  • Ulf Wollrath - IHK Dortmund
  • Michael Vogt - Katholische Kirche
  • Norbert Wesseler - Polizei Dortmund
  • Ahmad Aweimer - Rat der muslimischen Gemeinden
  • Raffael Diers - Stadtsportbund
  • Hartmut Anders-Hoepgen, Oliver Hesse und Birgit Miemitz - alle Koordinierungsstelle für Vielfalt, Toleranz und Demokratie
  • Hermann Schultenkämper - Geschäftsbereich Zivilgesellschaft im Amt des Oberbürgermeisters und des Rates
  • Beate Siekmann - Ordnungsamt
  • Peter Bartow - Stadt Dortmund, Sozialamt
  • Dr. Stefan Mühlhofer - Erinnerungs- und Begegnungsstätte Steinwache.

Weitere Persönlichkeiten haben ihre Mitwirkung grundsätzlich zugesagt und werden die weiteren Sitzungen bereichern.

Im Zusammenwirken mit dem Runden Tisch gegen Rechtsextremismus kommt dem seit vier Jahren bestehenden Begleitausschuss der Koordinierungsstelle für Vielfalt, Toleranz und Demokratie eine große operative Bedeutung zu. In ihm sind große Teile der zivilgesellschaftlichen Akteure und Bündnisse gegen Rechtsextremismus vertreten.

 
 

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