Ruhrpottkarneval Geierabend startet in 20. Session

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Lustig ging es bei der Pressekonferenz am Mittwoch zum Geierabend 2011 zu. Foto: Franz Luthe
Lustig ging es bei der Pressekonferenz am Mittwoch zum Geierabend 2011 zu. Foto: Franz Luthe
Foto: WR/Franz Luthe

Dortmund. Der Ruhrpottkarneval Geierabend startet in die 20. Session. Vom 13. Januar bis zum 8. März bevölkern die Komiker an 41 Abenden die Zeche Zollern in Dortmund. Gesucht wird auch 2011 wieder der „Pannekopp des Jahres“.

Die Kulturhauptstadt geht, der Geierabend bleibt. Vom 13. Januar bis zum 8. März lockt der alternative Ruhrpottkarneval acht Wochen lang auf Zeche Zollern II/IV in Dortmund. Auch in ihrer 20. Session wollen die Ruhrgebietskomiker beweisen, dass die fünfte Jahreszeit auch ohne Büttenreden, Narrenkappe und Humba Täterä so richtig lustig sein kann. An 41 Abenden stürzen sich die Geier unter dem Motto „Pott to go“ mit einem Drei-Stunden-Mix aus Comedy, Kabarett und Satire auf ihre (wehrlosen) Opfer. Auch zusätzliche Verstärkung durch die Kölner Schauspielerin Miriam Rixen könne nichts daran ändern: „Der Geierabend ist eine satte Portion Ruhrpott“, so die Veranstalter.

Unverwechselbarer Ruhrpotthumor

„Ein Geierabend besteht aus drei Elementen. Nämlich bissigem zeitkritischen Kabarett, absurder Komik und dem unverwechselbaren typischen Ruhrpotthumor“, erklärt Regisseur Günter Rückert. Ob Stuttgart 21, Google Street View oder die Prostituiertensteuer – das zu Ende gehende Jahr 2010 liefere dafür zahlreiche Steilvorlagen. „Natürlich ziehen wir auch ein Resümee zur Ruhr.2010“, verspricht Rückert. Während sich mancher frage, was wohl von der Kulturhauptstadt bleibt, suchen zwei junge Eventmanager beim Geierabend schon nach geeigneten Opfern für ihre nächsten Leuchtturmprojekte.

Apropos Event: Nach dem Erfolg von Lena Meyer-Landrut erwägen die Geier eine eigene Bewerbung beim Eurovision Song Contest. In die Bildungsdebatte wollen sich die Ruhrpottkarnevalisten mit einer selbst für Abiturienten verständlichen Kurzversion von „Romeo und Julia“ einmischen. Und ausgerechnet ein Türke will erklären, warum es mit den Griechen niemals funktionieren könne.

Zu einem typischen Geierabend gehören auch die vielen schrägen und komischen Typen, wie man sie nur im Ruhrpott finden könne. So steht ein Wiedersehen mit den bierseligen „Zwei vonne Südtribüne“, den anarchisch-renitenten AWO-Oppas und den Kellnerinnen Lilli und Lotti an. Dabei seien die Geier auf alles vorbereitet: Ein eigener Panikforscher soll für höchstmögliche Sicherheit bei der „Massenveranstaltung“ sorgen.

Verstärkung aus Köln

Unterstützung bekommt das Ensemble in diesem Jahr von zwei Gästen aus Köln: Maik Giesbert hinterließ schon beim Geierabend 2010 als Antiheld „Soziman“ seine Duftmarke. Ganz neu dabei ist Miriam Rixen. Mit frechem Schnabel und unverblümtem Charme könnte die 23-jährige Schauspielerin perfekt zu den Geiern passen. Kölsche Verstärkung gibt es auch medial: Die Höhepunkte der Show werden am 17. und 18. Februar vom WDR mitgeschnitten und am Karnevalswochenende im TV und Radio ausgestrahlt.

„Pannekopp des Jahres“ und ein Präsi für die Ruhries

Wer wird der „Pannekopp des Jahres“? Zum neunten Mal versucht der Geierabend, den Anti-Orden an einen würdigen Preisträger zu vergeben. Der schwerste Karnevalsorden der Welt wird für „besondere Verdienste“ um das Ruhrgebiet verliehen. Noch werden Personen oder Institutionen gesucht, die sich um die 28,5 kg rostigen Stahlschrott verdient gemacht haben. „Wir freuen uns über jeden, der die Stärke hat, diese Bürde zu tragen“, frotzelt Martin Kaysh, der als „Steiger“ durch die Show führt. Auch auf die aktuelle Frage nach einem Ruhrpottkanzler hat er eine Antwort: „Während sich die Obrigkeiten der sogenannten Metropole noch über einen gemeinsamen Repräsentanten streiten, steht für uns bereits fest: Der Ruhri ist sich selbst der beste Präsident.“

Um das zu beweisen, schreiben die Geier einen Fotowettbewerb aus. Gesucht werden die besten Imitationen des Geierabend-Präsidenten Roman Henri Marczewski. Dessen Markenzeichen: ein rote Kinderstrumpfhose als Kopfbedeckung.

Zwei Dekaden alternativer Karnevalskult

Veranstaltet wird der Geierabend vom Kulturbüro der Stadt Dortmund und dem Theater Fletch Bizzel. Der Vorverkauf beginnt am Samstag, 13. November 2010, u.a. im Leserladen der Westfälischen Rundschau/WAZ, Ostenhellweg 42-48. Karten gibt es dann auch ab 9 Uhr im KulturInfoShop in der Sparkasse Dortmund, Katharinenstraße 1, Ticket-Hotline: 0231-5027710, sowie unter 0231-95731369 und ab 11 Uhr bei Tante Amanda, Mosselde 149, Dortmund-Westerfilde. Ab dem 14. November sind Tickets zudem im Internet erhältlich. Weitere Infos unter www.geierabend.de.