„RuhrHochdeutsch“-Späße nonstop am U

Auch 2011 wird das Spiegelzelt unter dem Dortmunder U aufgebaut. Foto: Ralf Rottmann
Auch 2011 wird das Spiegelzelt unter dem Dortmunder U aufgebaut. Foto: Ralf Rottmann
Foto: Ralf Rottmann

Dortmund. Tach, zusammen. Wenn ein Festival sich der Sprache des Ruhrgebiets gewidmet hat, kann ein Text darüber kaum anders anfangen: Denn obwohl die Veranstalter selbst lupenreines Hochdeutsch babbelten – „RuhrHochdeutsch“ soll in Dortmund drei Monate lang vom 1. Juli bis zum 8. Oktober in einem historischen Spiegelzelt die lustige Seite des Potts aufdecken.

Also – lass jucken, Kumpel. Täglich sollen bis zu 400 Freunde des Ruhrgebiets-Humors unterhalten werden. An den Wochenenden übernehmen das bekannte Größen der Pott-Poesie – von Frank Goosen und Jochen Malmsheimer über Fritz Eckenga und Hennes Bender bis zu Dr. Stratmann und Jürgen Becker.

Aber auch ein Blick auf bekannte Kabarettbühnen jenseits des Ruhrgebiets ist geplant: Ensembles, deren Namen schon in den 1950er und 1960er Jahren berühmt wurden, kommen nach Dortmund – Berliner Stachelschweine, Düsseldorfer Kom(m)mödchen, Leipziger Pfeffermühle, Münchner Lach- & Schießgesellschaft.

Um allerdings „nicht nur bei den Gastspielen stehen zu bleiben“, wie Veranstalter Horst-Hanke Lindemann es ausdrückt, entwickelt der Dortmunder Bruno „Günna“ Knust eine satirische Revue auf das lokale Geschehen unter dem Titel „Im weißen Rüssl am Phoenixsee“.

Ungewöhnlich an dem Festival ist allerdings, dass wirklich jeder Tag Programm bietet – und das wird montags bis donnerstags von Lokalmatadoren gestaltet: Zu Currywurst und Pommes stellen sich Nachwuchskomödianten montags vor. Der Dienstag kombiniert Fünf-Gänge-Menü und eine Geierabend-Reminiszenz. Mittwochs vollführt Lioba Albus mit Gästen den komödiantischen Doppelschlag. Und der Donnerstag gehört Bruno Knust und der Hartz Vegas Band.

Mit dieser Mischung erreichte „RuhrHochdeutsch“ schon bei der Feuerprobe im Kulturhauptstadtjahr 30 000 Menschen. Was auch die Finanziers überzeugt hat, weiterzumachen: Bis zu 125 000 Euro kommen von der Stadt, gut 80 000 Euro von Sponsoren. Das Festival soll mindestens noch drei Jahre lang fortgesetzt werden.

Also – genug gequasselt. Und tschüss!