Rückfälliger Sexualstraftäter in Dortmund wollte offenbar ins Gefängnis zurück

Dortmund. Der in Dortmund wegen eines mutmaßlichen Missbrauchs eines siebenjährigen Mädchens festgenommene Mann hat die Tat nach Medienangaben angeblich begangen, weil er ins Gefängnis zurückwollte. Laut dem Münchener Nachrichtenmagazin „Focus“ sagte der 49-Jährige dem Haftrichter zur Begründung der Tat: „Ich wollte einfach zurück in den Knast.“ In Freiheit habe er sich „unsicher und bedroht“ gefühlt.

Das Nachrichtenmagazin „Focus“ berichtet in seiner aktuellen Ausgabe, dass der in Dortmund rückfällig gewordene Sexualstraftäter angeblich ins Gefängnis zurück wollte und daher im Januar 2011 ein siebenjähriges Mädchen missbraucht haben soll. Der 49-Jähriger habe sich in Freiheit „unsicher und bedroht“ gefühlt.

Die Staatsanwaltschaft Dortmund wollte den Bericht nicht kommentieren, da es sich um ein vertrauliches Protokoll handle. Allerdings verwies eine Sprecherin der Behörde auf dapd-Anfrage darauf, dass aus Sicherungsverwahrung entlassene Personen bei Bedarf einen Antrag auf Wiedereinweisung stellen können. Deshalb sei es nicht nötig, sich an Kindern zu vergehen, um wieder ins Gefängnis zu kommen.

Der einschlägig vorbestrafte Mann war im vergangenen Jahr aufgrund eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte aus der Sicherungsverwahrung entlassen worden. Nach seinem Umzug nach Dortmund war er zunächst rund um die Uhr überwacht worden, aufgrund einer günstigen Prognose war die Überwachung dann jedoch gelockert worden. Im Januar war es dann zu dem Missbrauch an einem siebenjährigen Mädchen gekommen.

Prostituierte als feste Freundin

Zudem soll der Ex-Sicherungsverwahrte nach Medienberichten keine feste Beziehung gehabt haben. Wegen seines positiven Lebenswandels hatte die Polizei die Beschattung gelockert. Der 49-Jährige soll dies bzw. die Beziehung mit einer Prostituierten vorgespielt haben. Nach Bekanntwerden des Missbrauchsfalls von Januar gab es bereits Zweifel, ob der Mann als Musterbeispiel für eine Resozialisierung gelten konnte, wie es die Polizei am 14. Juli in einer ersten Stellungnahme mit der Staatsanwaltschaft Dortmund angegeben hatte.

Begründet worden war die Prognose unter anderem mit einer festen Beziehung. Die angebliche Freundin, mit der der 49-Jährige eigentlich auch bald zusammenziehen wollte, sei aber eine dorgenabhängige Prostituierte aus der Nordstadt gewesen. In der Wohnung, in der der Mann mit einem (homosexuellen) Freund lebte, sollen sich fast täglich bis zu vier drogenabhängige Prostituierte aufgehalten haben.

 
 

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