Röttgen will CDU-Basis für sich gewinnen

Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen auf Werbetour in Dortmund. Foto: Helmuth Voßgraff
Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen auf Werbetour in Dortmund. Foto: Helmuth Voßgraff
Foto: WAZ FotoPool

Dortmund. Wer ist der richtige Mann für den CDU-Vorsitz in NRW? Bei einem Auftritt in der Actienbrauerei wollte Umweltminister Norbert Röttgen die Mitglieder des Kreisverbands von sich überzeugen.

Rund 2200 CDU-Mitglieder im Kreisverband Dortmund müssen sich bis Ende Oktober zwischen den beiden Kandidaten Armin Laschet und Norbert Röttgen entscheiden – per Briefwahl oder am 31. Oktober in der Kreisgeschäftsstelle.

„Seit Montag treffen Rückumschläge bei uns ein“, berichtet Kreisgeschäftsführer Ralf Binnberg und spricht von einem „ordentlichen Rücklauf“. Er selbst habe sich aber noch nicht entschieden.

Unentschlossene wie Binnberg konnten sich am Montagabend selbst einen Eindruck von Bewerber Norbert Röttgen machen. Rund 100 CDU-Mitglieder kamen in den Brauersaal der Dortmunder Actien-Brauerei, um bei Mettbrötchen und Bier den Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit zu hören. Fast 90 Minuten warb der 45-Jährige für sich und sagte deutlich, was sich in seiner Partei verändern müsse, damit sich die Kluft zwischen Bevölkerung und Politik verringert.

Finanzielle Spielräume

Applaus von der ganz überwiegend älteren Zuhörerschaft gab es für seine Äußerung, dass sich Politiker wieder trauen müssten, für ihre eigene Überzeugung stärker einzutreten. Mit Beifall quittierten die Dortmunder auch Röttgens Ankündigung, die Kommunen finanziell handlungsfähiger zu machen, weil sonst grundlegende Funktionen des Staates gestört seien.

Bei der anschließenden Fragerunde wollte ein Mitglied wissen, wie die Finanzsituation der Städte und Gemeinden verbessert werden könne. Röttgen: „Laut Finanzminister Schäuble sollen finanzielle Spielräume an die Kommunen weitergegeben werden.“

Mögliche Doppelbelastung

Gleich zwei Zuhörer sprachen den dreifachen Familienvater auf die mögliche Doppelbelastung als Minister in Berlin und als Landesvorsitzender in Düsseldorf an. „Der Schwerpunkt meiner Arbeit wäre NRW“, erklärte Röttgen.

Günter Brangenberg, Stadtbezirksvorsitzender der CDU Lütgendortmund, treibt die gleiche Frage um: „Die Mannschaft von Röttgen ist entscheidend, weil der Minister selbst viel in Berlin präsent ist“. Noch stehe dieses Team aber nicht fest.

Auch Brangenberg hat sich noch nicht für einen der beiden Kandidaten entschieden. Eine junge Frau im Saal ist da schon weiter: „Nachdem ich Röttgen und Laschet gehört habe, fällt mir die Entscheidung jetzt leichter.“ Für wen sie ihr Kreuzchen macht, lässt sie aber offen.

 
 

EURE FAVORITEN