Rock'n'Roll und Pogo mit Kraftklub bei der Visions-Party in der Westfalenhalle

Timo Baudzus
Woll'n nicht nach Berlin - hatten aber Spaß in Dortmund: "Kraftklub" spielten zum "Visions"-Geburtstag auf.
Woll'n nicht nach Berlin - hatten aber Spaß in Dortmund: "Kraftklub" spielten zum "Visions"-Geburtstag auf.
Foto: Volker Hartmann/WAZ FotoPool
Rock'n'Roll, Pogo und Stagediving: Die Party zum 25-jährigen Bestehen des Magazins "Visions" hatte alles zu bieten, was ein Konzert braucht. Besonders Kraftklub und die Schweden-Rocker von Royal Republic brachten die Westfalenhalle eins zum Kochen. Rückblick auf einen grandiosen Konzertabend.

Dortmund. Sie ist das Sprachrohr für leidenschaftliche Liebhaber von Gitarrenmusik und eine der ersten Adressen für fachmännische Musik – und Konzertrezensionen: die „Visions“. Zum 25. Geburtstag hat sich das Dortmunder Rock-Magazin mit einer großen Party selbst gefeiert und ein hochkarätiges Line-Up auf die Beine gestellt. Am Samstagabend beschallten unter anderem Kraftklub und Thees Uhlmann die Dortmunder Westfalenhalle – und sorgten für einen wunderbaren Abend.

Die Rolle als Headliner übernahmen Kraftklub, die gerade mit ihrem neuen Album „In Schwarz“ auf "Klubtour" sind. Die fünf Jungs aus Chemnitz gelten derzeit als angesagtester deutscher Rockact – und das wohl zu Recht! Kraftklub spielten so energetisch auf, dass man fast aus der Halle geblasen wurde. Im Innenraum vor der Bühne wurde gepogt, gehüpft und gesungen, was das Zeug hielt. „Ich will nicht nach Berlin“, „Songs für Liam“ oder die aktuelle Single „Unsere Fans“ erwiesen sich als absolute Live-Bretter!

"Kraftklub"-Frontmann Felix als launiger Unterhalter

Der Auftritt von Kraftklub überzeugte auch in Sachen Entertainment vollends. Frontmann Felix zeigte sich als launiger Unterhalter, der das Publikum jederzeit im Griff hatte. Zum Beispiel als der Innenraum gegen die „Scheißtribüne“ skandieren wollte – ein Running Gag, der bei vielen Rockkonzerten mittlerweile Usus ist. „Hey Leute, das bringt doch nix, ihr müsst Rücksicht nehmen auf die Schwächeren“, konterte Felix ironisch.

Zusätzlich gabs Shakehands mit den Fans, einen etwas missglückten Stagediving-Versuch sowie einen kurzen Gastauftritt von Royal Republic. Zusammen coverten sie „Blitzkrieg Bop“ von den Ramones und zündeten damit ein wahres Pogo-Feuerwerk.

Entspannung mit Thees Uhlmann

Apropos Royal Republic: Sie waren das zweite große Highlight der Visions-Party. Die Band kam so gut an, dass das Publikum zwischen fast jedem Song den Bandnamen der sympathischen Indie-Rocker aus Schweden skandierte – einfach so! Für gute Stimmung sorgte außerdem die Ankündigung von Leadsänger Adam, dass die Band bald ein neues Album herausbringt. Zwei Songs gaben sie daraus zum Besten, beides starke Up-Tempo-Bretter mit gehörig Druck! Besonderen Eindruck aber machten Royal Republic mit der A-Capella-Version ihres Songs „Addictive“, bei der die Band mit mehrstimmigem Harmoniegesang überzeugte.

Als weitere Acts standen Thees Uhlmann und Markus Wiebusch auf der Bühne. Beide Künstler boten sehr gelungene Auftritte und sorgten mit melodischen Pop-/Rocksongs für etwas Entspannung zwischen den Sets von Royal Republic und Kraftklub. Insbesondere Thees Uhlmann verstand es mit gewitzten Ansagen zu überzeugen („Wer Visions hat, soll zum Arzt gehen.“). Angesichts dieses rundum gelungenen Konzertabends wünscht man sich möglichst schnell den 30. Geburtstag der Visions herbei.