Riesen-Bulle tötete seine Gefährtin

Die Gaur sind riesige Rinder aus Südostasien – und durchaus gefährlich. Foto: Franz Luthe
Die Gaur sind riesige Rinder aus Südostasien – und durchaus gefährlich. Foto: Franz Luthe
Foto: WR/Franz Luthe

Dortmund.. Sie sind wahre Muskelprotze, agil, wild und gefährlich: Gaure, die jetzt im Dortmunder Zoo ein neues Gehege bezogen haben. In der vergangenen Woche tötete ein Jungbulle eine Kuh – jetzt kam Ersatz.

Drei Jahre ist der Gaur alt – noch ein Jungtier in der neuen Anlage. Sie beherbergt nur asiatische Huftiere. Neben dem frisch eingezogenen Gaur leben hier noch Hirschziegenantilopen, Axishirsche und Nilgaurantilopen. Allerdings pflegen die Tiere eher eine verhaltene Nachbarschaft – gezwungenermaßen.

Der Gaur muss aufgrund seiner gewaltigen Körpermaße zum Wohle der anderen alleine stehen. Und zwar ganz alleine. Denn mit seiner Artgenossin im Stall, einer Gaur-Kuh, hat der junge Muskelprotz vergangene Woche kurzen Prozess gemacht.

Enorme Stärke

„So ein Bulle ist durchaus in der Lage, eine enorme Stärke zu entwickeln“, erklärt Dr. Bernhard Blaszkiewitz. Der Direktor des Berliner Zoos ist extra für die offizielle Willkommensfeier des Gaurs ins nasskalte Ruhrgebiet gereist – und das nicht ohne Grund. Denn ihm hat der Dortmunder Zoo seine beiden ersten Riesenrinder zu verdanken. Da sich diese ja nun bedauerlicherweise schon in kürzester Zeit um die Hälfte reduziert haben, ist die Beschaffung von weiteren Artgenossen im Gespräch. Zwei Kühe aus München und Berlin sollen demnächst das Gehege mit dem Gaur teilen. Eine kleine Herde, wie in der Wildbahn. Denn auch hier leben die Gaure nur mit maximal fünf Artgenossen zusammen.

Schützenswert

So beeindruckend diese Tierart auch ist, noch wichtiger ist es, sie zu schützen. Denn die Riesenrinder sind gefährdet – nur 20 000 wilde Gaure gibt es heute noch. Daher betont Blaszkiewitz die Bedeutung der in zoologischen Gärten selten gewordenen Gaur-Anlage. Neben der Funktion als Publikumsmagnet wird hiermit nämlich an erster Stelle der Tierschutz gefördert.

 
 

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