Rechtsmediziner nennt Details zum dreifachen Kindermord

Beim Prozess um die drei in der Dortmunder Nordstadt getöteten Kinder kommen immer mehr Details ans Tageslicht.
Beim Prozess um die drei in der Dortmunder Nordstadt getöteten Kinder kommen immer mehr Details ans Tageslicht.
Foto: Stefan Reinke
Grausige Details im Prozess um die drei getöteten Kinder in der Fichtestraße. Am Dienstag sagte ein Rechtsmediziner aus. Unter anderem überraschte er mit der Aussage, dass die Kinder Beruhigungsmittel im Blut hatten.

Dortmund.. Als Rechtsmediziner Eberhard Josefi am Dienstag im Prozess um den dreifachen Kindermord an der Fichtestraße aussagte, herrschte außergewöhnliche Ruhe im Gerichtssaal. Nur eine Zuschauerin flüsterte ihrer Nachbarin zu: "Das ist kein Mensch, der so etwas tut."

Wenn es überhaupt so etwas wie Trost geben kann in so einer Situation, dann vielleicht, dass Mustafa, Mehmet und Zilan nicht lange leiden mussten. Alle drei Kinder wurden in ihren Betten von sehr vielen Messerstichen getroffen. Die Verletzungen waren so schwer, dass der Todeskampf maximal wenige Minuten dauerte.

Der Rechtsmediziner sagte den Richtern am Dienstag, dass die drei Geschwister sehr schnell verblutet sein dürften. Am Blut der Kinder ließ sich später auch feststellen, dass diese vom anschließenden Ausbruch des Feuers kaum noch etwas mitbekommen haben dürften.

Beruhigungsmittel im Blut

Keines der Opfer hatte nennenswerte Mengen von Kohlenmonoxyd eingeatmet. Stattdessen fanden die Rechtsmediziner im Blut von Mustafa, Mehmet und Zilan Spuren eines Beruhigungsmittels. Dr. Josefi: "Die Konzentration war sicher nicht lebensgefährlich, aber sie wird die Kinder verlangsamt haben." Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen kann nur die Angeklagte Milka D. den Kindern das Beruhigungsmittel heimlich verabreicht haben. Denn: Der Wirkstoff wurde auch im Blut des Vaters der Kinder festgestellt. Muharrem T. sagte gestern dazu: "Sie muss es uns ins Essen oder Trinken getan haben. Ich habe jedenfalls kein Schlafmittel eingenommen."

Der 41-Jährige bekräftigte noch einmal, dass sich das Verhältnis seiner Lebensgefährtin zu den Kindern in den Wochen vor der Tat verschlechtert hatte. Dass er jedoch nach dem Fund der Leichen zunächst auch selbst verdächtigt wurde, hat ihn schwer getroffen. "Wer kann nur so etwas denken?"

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