Rechtsgrundlage weg – aber Sierau macht Gemeinschaftsschule in Dortmund zur Chefsache

Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau erklärt Gemeinschaftsschulen zur Chefsache.
Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau erklärt Gemeinschaftsschulen zur Chefsache.
Foto: WR/Franz Luthe

Dortmund.. Dass Klagen gegen die Gründung von Gemeinschaftsschulen inzwischen mit besten Erfolgsaussichten gesegnet sind, hält die Rats-SPD nicht davon ab, an den Plänen für die Auflösung der Haupt- und der Realschule im Schulzentrum Westerfilde festzuhalten.

Am Donnerstag hatte auch das Oberverwaltungsgericht in Münster dem Vorzeige-Projekt der rot-grünen Koalition die rote Karte gezeigt. Von einem Schulversuch könne gleich aus zwei Gründen keine Rede sein. Erstens hätten andere Bundesländer längst hinreichende Erfahrungen mit dem längeren gemeinsamen Lernen gesammelt; und der Schulversuch sei alles andere als ergebnisoffen angelegt.

Hintergrund: Für die „saubere“ Lösung, die Aufnahme der Gemeinschaftsschule als Regelschule ins Schulgesetz, fehlt Rot-Grün die politische Kraft in Gestalt einer Mehrheit im Landtag.

Gemeinschaftsschule ist für Sierau Chefsache

Was im Dortmunder Rat anders aussieht. Hier haben SPD und Grüne eine Mehrheit, zudem hat OB Ullrich Sierau (SPD) die Gemeinschaftsschule zur Chef-Sache erklärt.

Das OVG-Urteil betreffe allein die geplante Modellschule in Finnentrop, stellte Gabriele Schnittker (SPD), Vorsitzende im Schulausschuss, gestern klar. Dort sorge sich eine Nachbargemeinde um die Existenz ihres Gymnasiums. „Die Lage in Dortmund ist damit nicht vergleichbar. Wir wollen ganz bewusst alle Beteiligungsmöglichkeiten ausschöpfen, um eine sachgerechte Entscheidung zu treffen“.

Neu ist: Laut SPD will die Stadtverwaltung jetzt sogar das Einvernehmen mit Nachbarkommunen suchen. Ziel bleibe, so Schnittker, dass sich der Rat im November für die neue Gemeinschaftsschule in Westerfilde ausspricht.

 
 

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