Dortmund

Nach Angriff auf einen Juden (26) in Dortmund: „Sonderkommission Rechts“ ermittelt weiteren Tatverdächtigen

Rechtsextreme haben in Dortmund einen Juden angegriffen. (Symbolbild)
Rechtsextreme haben in Dortmund einen Juden angegriffen. (Symbolbild)
Foto: Bernd Thissen / dpa

Dortmund. Gleich zwei Mal wurde ein Jude von Rechtsextremisten in Dortmund-Marten beleidigt und bepöbelt. Drei der vier involvierten Täter konnte die Polizei namentlich sofort ausfindig machen. Am Mittwoch teilten die Beamten mit, dass sie auch den letzten Tatverdächtigen ermitteln konnten: Der 27-jährige Dortmunder ist ebenfalls aus der rechten Szene.

Bei dem Angriff mit antisemitischen Äußerungen wurden die Rechten auch handgreiflich. Einer wollte den 26-Jährigen jüdischen Glaubens mit der Faust schlagen. Der vierte Täter soll ein Feuerzeug nach dem 26-Jährigen geworfen haben.

Alle Tatverdächtigen ermittelt

Alle Tatverdächtigen konnten ermittelt werden. Sie werden jetzt strafrechtlich zur Rechenschaft gezogen, teilte die Polizei mit. Sie wolle ein besonderes Augenmerk auf die rechte Szene setzen.

Polizeipräsident: „Unser konsequentes Vorgehen ist erfolgreich“

„Der Fall hat gezeigt, wie wichtig es ist, dauerhaft hohen Druck auf die rechte Szene auszuüben. Die Bekämpfung rechtsextremer Krimineller ist ein wichtiger Teil unserer Nulltoleranzstrategie. Der starke Rückgang der rechtsextremen Straftaten in den letzten Jahren, insbesondere bei den Gewaltdelikten, hat gezeigt, dass unser konsequentes Vorgehen gegenüber Straftätern aus der rechten Szene durchaus erfolgreich ist", so Polizeipräsident Gregor Lange.

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Polizei Dortmund setzt „Sonderkommission Rechts“ ein

Die Polizei Dortmund nutzt hierzu seit Jahren ein Intensivtäterkonzept und die extra dafür eingerichtete „Sonderkommission Rechts“.

Zahl der rechten Straftaten sei gesunken

Außerdem macht die Polizei deutlich, dass die Zahl der rechten Straftaten innerhalb der letzten drei Jahre im Dortmunder Stadtgebiet gesunken sei. 2015 zählte die Polizei noch 441 rechte Straftaten, 2017 sei die Zahl um über 40 Prozent auf 259 angezeigte Fälle gesunken.

Zudem lege die Aufklärung der Gewaltdelikte solcher Fälle aus dem vergangenen Jahr bei 90 Prozent, was für den Erfolg der Sonderkommission spreche.

Doch weiterhin soll der Druck auf die rechte Szene aufrecht erhalten bleiben. Und da fordert dich die Polizei auch explizit auf, wachsam zu sein und dich als Zeuge zu melden, solltest du auch rassistische Straftaten bemerken. (jk)

 
 

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