Dortmund

Dortmunder Rechtsextreme setzen Kopfgeld auf Flüchtlinge aus – darum kann die Polizei erst mal wenig dagegen tun

Die Partei „Die Rechte“ hat per Flugblatt nach einer Flüchtlingsfamilie gesucht. (Archivbild)
Die Partei „Die Rechte“ hat per Flugblatt nach einer Flüchtlingsfamilie gesucht. (Archivbild)
Foto: dpa
  • Rechtsextreme Dortmunder suchen nach einer irakischen Flüchtlingsfamilie
  • „Die Rechte“ hat eine Art Kopfgeld auf die Familie ausgesetzt
  • Familie hatte Kirchenasyl in Dortmund bekommen, da sie im Irak verfolgt wurden

Dortmund. „WANTED“ steht ganz oben auf dem Flugblatt, das die Partei „Die Rechte“ auf ihrer Homepage gepostet hat. Im Stil einer Kopfgeldsuche aus dem Wilden Westen hat die Partei eine Belohnung von 500 Euro ausgesetzt, wenn jemand den Aufenthaltsort einer irakischen Flüchtlingsfamilie in Dortmund preisgibt.

Kopfgeld auf Flüchtlingsfamilie: „Die Rechte“ hat eine Belohnung ausgerufen

Man könnte denken, es sei ein schlechter Scherz. Ist es aber nicht, das Flugblatt gibt es wirklich. Und der Grund dafür ist eine irakische Flüchtlingsfamilie, die in Dortmund Anfang des Jahres Kirchenasyl erhalten hatte. „Illegale Asylanten“ hat die Partei die Familie genannt, so berichten die Ruhrnachrichten.

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Die evangelische Christus-Kirchengemeinde aus Lütgendortmund hatte der Familie Asyl gegeben, den genauen Aufenthaltsort der Familie aber bewusst zurückgehalten. Bis heute ist nicht klar, wo die Familie sich versteckt hielt.

Denn nach Angaben der Ruhrnachrichten gab es bereits 2015 schon einen Fall von Kirchenasyl, bei dem Dortmunder Rechtsextreme zur Preisgabe des Wohnortes der Flüchtlinge aufgehetzt hatten.

Pfarrer der Gemeinde ist sauer

Für den Pfarrer der Christus-Gemeinde ist die Aktion einfach nur „zum Kotzen“: „Das ist nichts anderes als Kopfgeld auf Menschen, die Opfer von Gewalt geworden sind. Die Familie wurde im Irak bereits steckbrieflich gesucht und hier findet auch so etwas statt.“

Im Irak wurde die Familie von schiitischen Milizen verfolgt, sie verlor Angehörige und Freunde. Während des Kirchenasyls durften die Eltern der Familie das Kirchengelände nicht verlassen, andernfalls hätten sie von der Polizei in Abschiebehaft genommen werden können.

Politischer Asylantrag wurde von der Familie gesucht

Mittlerweile hat die Familie politisches Asyl beantragt, eine Abschiebung drohe damit vorerst nicht. Wie der Antrag ausgeht, ist damit aber noch vollkommen unklar.

Für die Verfasser des Flugblattes drohen vermutlich keine Konsequenzen: Die Polizei gab den Fall an den Staatsschutz weiter, dieser leitete ihn an die Staatsanwaltschaft. Von dort heißt es: Es ist kein Straftatbestand erfüllt worden. (fb)

 
 

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