Rechte bedrängen Sex-Täter und nennen Namen im Internet

In Dortmund bedrängen Neonazis einen geständigen Sexualstraftäter.
In Dortmund bedrängen Neonazis einen geständigen Sexualstraftäter.
Rechtsradikale haben sich vor das Haus eines geständigen Sexualstraftäters in der Dortmunder Nordstadt gestellt und auf einem Transparent die "Todesstrafe für Kinderschänder" gefordert. Auch stellten sie den Mann im Internet öffentlich an den Pranger.

Dortmund.. Neonazis rücken einem geständigen Sexualstraftäter in Dortmund auf den Leib. Am Montagabend hatte sich ein rechter Mob vor der Wohnung des Mannes in der Nordstadt versammelt und skandiert: "Ein Baum, ein Strick, ein Schändergenick". Von der Szene gibt es ein Video im Internet. Rechte haben es veröffentlicht samt Wohnanschrift und dem Klarnamen des Mannes. Der Mann, der gestanden hatte, zwischen 1998 und 2001 seine Tochter missbraucht zu haben, steht so öffentlich am Pranger.

Rechtsextremismusforscher Professor Dierk Borstel betrachtet den Aufzug in der Nordstadt als Teil einer bundesweiten Kampagne: "Hier will man Ängste aus der Gesellschaft aufnehmen und aufladen", so Borstel, um mit rechtem Gedankengut in der Mitte der Gesellschaft andocken zu können. Das geschehe mit den sogenannten "Hausbesuchen" oder über Facebook.

Nils Schröder, NRW-Datenschutzbeauftragter, warnt: "Nach geltendem Recht ist ein Internet-Pranger verboten." Es drohten zivilrechtliche Konsequenzen, beim aktuellen Fallen steht auch der Vorwurf des Landfriedensbruchs im Raum. Die Dortmunder Staatsanwaltschaft ermittelt.

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