Raser im Radar der Anwohner - Dortmunder fordern mehr Blitzer in Tempo-30-Zonen

Immer mehr Autofahrer achten nicht auf das richtige Tempo in Spielstraßen und Tempo 30 Zonen.
Immer mehr Autofahrer achten nicht auf das richtige Tempo in Spielstraßen und Tempo 30 Zonen.
Foto: WR/Franz Luthe
Beschwerden über Raser in verkehrsberuhigten Zonen nehmen zu – Polizei und Ordnungsamt verstärken Blitzeinsätze (noch) nicht.

Dortmund. Die Beschwerden über rasende Autofahrer in verkehrsberuhigten Zonen oder in Tempo 30-Zonen nehmen zu. So werden bei den Fragestunden der Bezirksvertretungen immer häufiger scharfe Kontrollen zum Schutz der Kinder gefordert. Auch an unserem Lesertelefon meldeten sich zuletzt viele Bürger, die für mehr Blitzeinsätze plädieren. So kommen Autofahrer, die über die Straßen Am Roten Haus in Marten am Iltisweg in Berghofen oder durch das Kreuzviertel mit überhöhter Geschwindigkeit rasen, in ihren Augen oftmals ungeschoren davon.

„Dass in Wohngebieten zu wenig geblitzt wird, ist ein altbekannter Vorwurf“, sagt Manfred Radecke. Der Pressesprecher der Polizei erklärt aber, dass es nun mal Kriterien gebe, an die sich seine Kollegen halten müssen. „Wir führen unsere Kontrollen gezielt an Unfallschwerpunkten durch“, betont Radecke. Da, wo es regelmäßig kracht, stehen die Beamten häufig und bauen die Radarfallen auf.

Darüber hinaus sei die Dortmunder Polizei aber auch offen für Hinweise von Anwohnern. „Allerdings muss schon eine bestimmte Quantität vorliegen“, erklärt Manfred Radecke. Nach vereinzelten Anrufen kommt also nicht sofort die Laserpistole zum Einsatz, sammeln sich Beschwerden an, dann schon.

15 Euro Bußgeld

Auch in verkehrsberuhigten Bereichen, wo die technischen Geräte meistens nicht anschlagen, kann die Polizei Raser zur Kasse bitten. Dabei genügt es, die Geschwindigkeit zu schätzen. „In mehreren Gerichtsurteilen steht, dass die Erfahrung der Beamten ausreichend ist“, erklärt Manfred Radecke. Deshalb müssen Sünder die 15 Euro Bußgeld auch ohne Beweisfoto zahlen – meistens zähneknirschend.

Zu Ingo Moldenhauer sind derweil noch keine Beschwerden über Tempoverstöße in verkehrsberuhigten Bereichen vorgedrungen. „Ich weiß nichts von einer Anfrage aus Bürgerschaft oder der Politik“, erklärt der Leiter des Dortmunder Ordnungsamtes. Er erinnert sich an andere Probleme in sogenannten Spielstraßen. „Wir hatten vor zwei bis drei Jahren Beschwerden über Autos, die kreuz und quer parken und dadurch anderen Verkehrsteilnehmern die Sicht versperren. Das kommt mittlerweile aber nicht mehr vor“, sagt Moldenhauer.

Der Ordnungsamtsleiter versichert aber, dass sie Hinweise nicht einfach ignorieren. „Wir gehen jedem nach“, so Ingo Moldenhauer. Und da seine Behörde nur fünf Fahrzeuge und keine mobilen Messgeräte hat, ruft sie im Ernstfall die Polizei zur Hilfe. Zur Sicherheit der Bürger – insbesondere der jüngeren.

 
 

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