Randale und Verletzte in Dortmund bei BVB-Pokalspiel gegen Dresden

Mit "massiver Gewalt" aus dem Dresdener Fanblock musste die Polizei beim DFB-Pokalspiel von Borussia Dortmund gegen Dynamo Dresden kämpfen. Es gab mindestens 15 Verletzte und 15 Festnahmen. Foto: Getty
Mit "massiver Gewalt" aus dem Dresdener Fanblock musste die Polizei beim DFB-Pokalspiel von Borussia Dortmund gegen Dynamo Dresden kämpfen. Es gab mindestens 15 Verletzte und 15 Festnahmen. Foto: Getty

Dortmund. Das DFB-Pokalspiel von Borussia Dortmund gegen Dynamo Dresden ist am Dienstagabend von der befürchteten Randale überschattet worden. Viele Polizisten schirmten die Gäste-Fans ab, die Flaschen und Böller warfen. Einsatzkräfte sprachen von massiver Gewalt in einer neuen Dimension, die Beamten entgegengeschlagen sei. Einige Dresden-Anhänger wollten das BVB-Stadion stürmen. 15 Dresdener seien vorläufig festgenommen worden, bilanzierte die Polizei in der Nacht. Mindestens 15 Personen, darunter mindestens zwei Polizisten, seien verletzt worden.

Im Vorfeld hatte die Polizei die Pokalpartie zwischen Borussia Dortmund und Dynamo Dresden als sogenanntes Risikospiel eingestuft. Für die Einsatzkräfte galt die höchste Sicherheitsstufe. Und so waren sie an allen Ecken und Kanten der Stadt – vor allem in der City und rund um den Signal Iduna Park – präsent. 10.000 Gäste-Fans hatten sich tatsächlich auf den Weg zum BVB gemacht. Wegen des großen Verkehrsaufkommens kam es zu langen Staus, in denen auch die beiden Mannschaftsbusse feststeckten. Daher wurde die Partie erst um 20.45 Uhr, eine Viertelstunde später als geplant, angepfiffen.

"Emotional angespannte" Stimmung

Während es am Nachmittag weitgehend ruhig blieb, spitzte sich die Situation am Abend zu. Die als gewalttätig gefürchteten Anhänger von Dynamo wurden auf dem Weg zum Stadion von einem großen Polizeiaufgebot begleitet und abgeschirmt. Das Abbrennen von Pyro- und Nebeltechnik bildete dabei den harmlosen bzw. kontrollierbaren Auftakt, wobei die Stimmung laut Polizei „emotional angespannt" gewesen sei. Doch nach Verlassen des Sammelparkplatzes E3 wollten einige der etwa 4500 marschierenden Dresdener Anhänger die Polizeiabsperrungen durchbrechen. Einige zündeten bengalische Feuer, es flogen gelegentlich Flaschen und Chinaböller in Richtung der Einsatzkräfte, die die Straßen zum Signal Iduna Park weiträumig absperrten, um ein Aufeinandertreffen von Hooligans zu verhindern. Die Polizei setzte Pfefferspray ein.

„Auf Seiten der gewalttätigen Dresdener Fans gab es dabei auch Verletzte", sagte Dortmunds Polizeisprecher Wolfgang Wieland auf DerWesten-Anfrage. Andere Polizisten sprachen von massiver Gewalt in einer neuen Dimension, die Beamten entgegengeschlagen sei. Unter den etwa 4500 Gäste-Anhängern, die sich vom Eintracht-Sportzentrum auf den Weg zum Stadion machten, seien etwa 250 Gewaltbereite gewesen. Daher sei die hohe Zahl der Einsatzkräfte, die der bei einem Revierderby gegen Schalke entspricht, gerechtfertigt.

Aggressive Stimmung am Stadion

Auch vor dem Signal Iduna Park kam es zu massiven Ausschreitungen von Dynamo-Hooligans. „Anhänger von Dynamo Dresden haben versucht, das Stadion zu stürmen“, so Polizeieinsatzleiter Peter Andres. Die Hooligans hätten die Polizei in einer noch nicht erlebten Dimension der Gewalt attackiert.

Vor der Nordtribüne griffen hunderte Polizisten gegen 19 Uhr dann erneut härter durch, als die Stimmung extrem aggressive wurde. Die Einsatzkräfte sperrten die Strobelallee ab, für Stadionbesucher war einige Minuten lang wegen des Vorbeizugs der großen Dresdner Gruppe kein Vorbeikommen. Auch hier wurden Polizeikräfte mit Glasflaschen und Pyrotechnik beworfen. Wasserwerfer wurden in Stellung gebracht, Krankenwagen fuhren mehrfach mit Blaulicht vor, unklar ist noch die Anzahl an Verletzten und Festnahmen.

Randale auch nach Spielende

Hinter einer Absperrung verfolgten gewaltbereite Anhänger aus dem Dortmunder Lager das Geschehen. Die Polizei konnte mit drei Ketten die beiden Gruppen aber erfolgreich voneinander fernhalten und aggressive Dresdener Ultras ins Stadion in den Gäste-Block geleiten. Auch im Stadion brannten Dynamo-Fans Pyrotechnik ab. Mehrfach musste das Spiel wegen der Übergriffe aus dem Fanblock unterbrochen werden. Randalierer hätten Polizeibeamte und Ordner angegriffen, berichtete die Polizei.

Die Krawalle setzten sich auch nach dem Spiel fort: "Nach dem regulären Spielende randalierten mehrere Gewalttäter im Stadioninneren und beschädigten dort Verkaufsstände und Stadioneinrichtungen", so die nächtliche Bilanz. Die "Problemfans" wurden von den Einsatzkräften zu ihren Bussen begleitet - und suchten auch dabei "immer wieder gezielt" die Konfrontation.

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