Radschnellweg - Kompromiss scheint möglich

Gerald Nill
Der geplante Ruhrradschnellweg soll nicht über diesen Radweg an der Schnettkerbrücke verlaufen. Foto: Franz Luthe
Der geplante Ruhrradschnellweg soll nicht über diesen Radweg an der Schnettkerbrücke verlaufen. Foto: Franz Luthe
Foto: WR/Franz Luthe
Mehrere Oberbürgermeister und Landräte aus dem Revier haben sich Freitag in Dortmund getroffen, um Geschlossenheit zu demonstrieren. Ein Thema: der geplante Radschnellweg Ruhr, bei dem zuletzt die Geschlossenheit fehlte.

Dortmund. Angesichts nicht enden wollender Kritik aus allen Ecken des Reviers zur ablehnenden Haltung Dortmunds zu einem 110 Millionen Euro teuren Radschnellweg Ruhr hat OB Ullrich Sierau bei einer Kooperationsveranstaltung mit zahlreichen OBs und Landräten aus dem Revier gestern noch mal klargestellt, dass die Machbarkeitsstudie beim RVR in Auftrag gegeben werde.

Sierau wiederholte, dass es in Zeiten angespannter Kassenlagen „nicht vermittelbar“ sei, dass die Gesamtstrecke 110 Millionen Euro und der Dortmunder Abschnitt 37 Millionen Euro verschlingen werde. Er folgte auch nicht der Argumentation von Martin Tönnes. Der stv. Regionaldirektor des RVR hatte gestern in Dortmund in Aussicht gestellt, dass 80 Prozent der benötigten Mittel von Bund und Land kommen.

Sirau kritisiert „politische Straßenköter-Mentalität“

Grundsätzlich bekannte sich Dortmunds OB gestern noch mal zur Mobilität auf zwei Rädern. „Ich bin ein großer Verfechter des Radverkehrs“, so Sierau. Deshalb habe er auch die Absichtserklärung für eine Machbarkeitsstudie unterschrieben. „Der Betrag von 110, bzw. 37 Millionen ist beim ,letter of intent’ aber noch kein Thema gewesen“, wehrt sich Sierau.

Er ärgert sich, dass das Projekt jetzt als Wahlkampfstoff ausgeschlachtet werde. In diesem Zusammenhang kritisierte er eine „politische Straßenköter-Mentalität“. Von Journalisten, mit denen er nie gesprochen habe, werde er falsch zitiert. Zum Beispiel, dass er „nichts mehr für Radwege ausgeben“ wolle.

Das Gegenteil sei der Fall. „Wir sind mit dem Ausbau von Radwegen in Dortmund noch bei weitem nicht fertig“, so Sierau. Und er werde auch für mehr Geld für Radwege beim Land kämpfen, erklärte Sierau. Jetzt werde das Ergebnis der Machbarkeitsstudie abgewartet. „Dann wird man sehen, wie viel das kostet und woher das Geld kommt.“

Kosten-Nutzen-Analyse erstellen

Sierau weiter: „Wenn herauskommt, dass der Radschnellweg 110 Millionen Euro kostet, möchte ich eine Kosten-Nutzen-Analyse haben.“ In der Runde der Revier-OBs ließ er durchaus Kompromissbereitschaft erkennen. Der Weg muss also nicht um Dortmund herumführen.

Essens Oberbürgermeister versicherte in Dortmund: „Die Machbarkeitsstudie wird jetzt gemacht.“ Reinhard Paß empfahl gleichzeitig, sich künftig geschlossen bei Großprojekten zu positionieren. Denn das Geld fließe immer dahin, wo es am wenigsten Widerstand gebe.