Rabiate Hochkultur - Zoff um den U-Turm

Der U-Turm als Zankapfel. Foto: Ralf Rottmann
Der U-Turm als Zankapfel. Foto: Ralf Rottmann
Foto: WR RALF ROTTMANN

Dortmund.. In der Hochkultur geht es längst nicht immer fein zu: Das Eröffnungsdebakel um den U-Turm löst Streit um Zuständigkeiten und Verantwortung aus. Die Politik legt mit schweren Vorwürfen nach.

Der Streit um den U-Turm schlägt Wellen. Von einer „schwierigen Gemengelage“ spricht Jürgen Brunsing, kulturpolitischer Sprecher der Grünen, angesichts der vielen Zuständigkeiten von städtischer Seite: Es mangele an Abstimmung zwischen Kulturdezernent Jörg Stüdemann, städtischem Museumsleiter Wolfgang E. Weick, Kurt Wettengl, Leiter des Ostwallmuseums, und Kurt Eichler, Leiter der städtischen Kulturbetriebe. „Uns fehlt ein Baudezernent, der den Baufortschritt beobachtet“, so Brunsing. „Ich habe den Eindruck, dass Stüdemann in seiner Doppelfunktion überfordert ist.“

Den Vorwürfen von Bürgermeister Manfred Sauer (CDU) gegenüber Weick wollte er sich aber nicht anschließen: Dieser hatte kritisiert, dass der städtische Museumsleiter sich nicht zur Sache äußere und dessen fachliche Kompetenz in Frage gestellt. Weick selbst wollte sich gestern dazu nicht äußern.

„Negativimage“ für das U

Für Heinz Dingerdissen, kulturpolitischer Sprecher FDP/Bürgerliste, entstehe angesichts des Hickhacks langsam ein „Negativimage“ für das U: „Gerade im Bereich Koordination liegen offensichtlich Mängel vor.“ Sein Pendant bei der SPD, Brigitte Thiel, findet „bedauerlich, dass nicht alles so fertig wird, wie wir es uns vorgestellt hatten“, will aber zunächst weitere Hintergrundinformationen sammeln. Das U soll auch Diskussionspunkt im nächsten Kulturausschuss sein.

Kulturdezernent Stüdemann glaubt trotz aller Aufregung weiterhin an die Strahlkraft und Wucht des U-Turms. Er räumt ein, dass es „gewaltig ärgerlich“ gewesen sei, den Umzug des Ostwallmuseums zu verschieben. Begehungen am Freitag und Montag hätten aber - von Bauleuten und städtischer Seite unbestritten - ergeben, das weder Klimatisierung noch Raumreinheit, Spachtel- und Malerarbeiten so weit seien, dass die Kunst hätte einziehen können.

Dennoch scheint es klimatisch zu haken: Ob die Stadt Regressforderungen gegen Gerber Architekten und das Planungsbüro Assmann stellen könne, wollte Stüdemann nicht abschließend beantworten - zunächst müssten alle Unterlagen geprüft sein. Möglicherweise hätten die Bauleute bei Besprechung des Zeitplans zu optimistisch beurteilt, wie schnell sich der U-Turm umbauen lasse.

Jeden Termin, den die Stadt zur Bespielung des U-Turms ausgegeben hat, habe er mit den Bauleuten besprochen - und sich dies auch schriftlich bestätigen lassen. „Wir haben zwei bis drei Monate verloren und das hat auch eine wahnsinnige Anstrengung bedeutet. Aber ich will auch keinen heillosen Streit mit Assmann und Gerber. Wir wussten alle, dass das ein schwieriger Gang wird.“

 

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