Querparken ist im Kreuzviertel bald legal

Parken im Kreuzviertel. Wie sollen die Autos nun stehen? Anwohner fürchten Parkplatznot. Foto: Ralf Rottmann
Parken im Kreuzviertel. Wie sollen die Autos nun stehen? Anwohner fürchten Parkplatznot. Foto: Ralf Rottmann
Foto: Ralf Rottmann

Dortmund. Es ist so eine Sache mit den Gerüchten. Sie sind schnell im Umlauf – und nicht unbedingt immer richtig. So wie dieses, das die Anwohner und Besucher des Kreuzviertels alles andere als amüsiert.

Die schräg angeordneten Parkplätze sollen, wie im Gerichtsviertel (wir berichteten), gerade neben der Straße verlaufen. Also da, wo zuvor drei Fahrzeuge stehen konnten, soll demnächst nur noch eines stehen können. Wegen der Feuerwehr und so, sagt das Gerücht.

„Das wäre die Vollkatastrophe, es kann ja dann keiner mehr hierhin kommen“, empört sich Anwohnerin Sandra Bingel, die schon seit 39 Jahren an der Lindemannstraße wohnt, mittlerweile mit Familie. Natürlich ist es eng im belebten und beliebten Viertel. „Das war schon immer so und das macht den Charme aus“. Das Kreuzviertel als „der Nabel“ für viele Veranstaltungen, besonders bei Borussia-Spielen, für die vielen Menschen, die wegen der Lokalitäten kommen: „Es war immer schlimm, aber alle, die hier wohnen, kennen das und haben ihr eigenes System entwickelt, damit umzugehen“. Zettel mit Handynummern hinter Windschutzscheiben bei zugeparkten Fahrzeugen lösen das Problem im Handumdrehen. Für die Kreuzviertler ein Leben mit den Umständen. Aber wenn jetzt noch Parkplätze wegfallen sollten . . .

Keller als Tiefgaragen?

„Und wie stellen die sich das vor?“, schüttelt Anwohnerin Sandra Bingel den Kopf, „wollen die aus unseren Kellern dann Tiefgaragen machen?“

Nichts dergleichen. Der Stadt ist das Dilemma um Parksituation und -bedarf wohl bewusst. Und dem Tiefbauamt seien keinerlei Maßnahmen bekannt, Parkplätze einzuschränken, bestätigt Pressesprecher Udo Bullerdieck. Das Feuer, dass das Gerücht entfacht hat, kommt wohl von den Markierungsarbeiten, die zur Zeit am Neuen Graben, östlich der Lindemannstraße stattfinden. Die aber, ganz anders als das Gerücht, mehr Querparkplätze schaffen. „Sechs bis sieben Stellplätze kommen dazu“. Mehr noch: „Die Schrägparkplätze hier werden sogar legalisiert“. Das dürfte ein Bonbon für die Kreuzviertel-Bewohner und -Besucher sein, die nach den langwierigen Umbauarbeiten an und auf der Lindemannstraße ohnehin schon beeinträchtigt genug waren.

 
 

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