Prüsse: Personalie Hengstenberg war mein größter Coup

Seit 15 Jahren steht Ernst Prüsse an der Spitze der Dortmunder SPD-Ratsfraktion. Jetzt hört er auf und hat mit uns über seine Erfolge und Niederlagen gesprochen.

Dortmund. In einem Interview mit unserer Redaktion blickt Prüsse auf seine Zeit als Fraktionschef zurück. Sein Start sei kompliziert gewesen, 1999 hatte die SPD ihre absolute Mehrheit verloren. "Es war schmerzlich. Zumal die CDU und die Grünen es anfangs als sportliche Aufgabe gesehen haben, der SPD zu zeigen, wo es langgeht. Mein Bestreben war damals, die Zusammenarbeit von Schwarz und Grün wieder zu beenden. Das ist mir schließlich auch gelungen", so Prüsse.

Kritik an Roten und Grünen

Zur später gescheiterten rot-grünen Koalition sagte Prüsse, diese sei gegen seine innerste Überzeugung geschlossen worden. Dem damaligen SPD-Chef Wegmann wirft er vor: "Mit anderen in der Partei hat er dafür gesorgt, dass wir mit den Grünen eine Vereinbarung getroffen haben, die uns nicht nur geknebelt, sondern bevormundet hat." Den Grünen wirft er ein unredliches Verhalten vor, dem damaligen Fraktionschef Mario Krüger sei es um Posten gegangen.

Der Größte Coup sei es gewesen, CDU-Fraktionschef Frank Hengstenberg auf den Chefposten der EDG zu bringen. Niederlagen habe er beim Urteil zur Wiederholungswahl erlitten, auch dass Stadtdirektor Jörg Stüdemann 2009 nicht OB-Kandidat geworden sei, bezeichnet er als "enttäuschend".

Großprojekte erhalten

Seinen Einsatz für Großprojekte verteidigte Prüsse. "Der Phoenix-See ist ein Erfolg. Phoenix-West auch. Den U-Turm wollte ich auf jeden Fall erhalten, weil er ein Symbol für Dortmund ist. Da habe ich nicht zuerst darüber nachgedacht, welche Kosten das mit sich bringt. Solche Großprojekte haben ihre Berechtigung. In 30 oder 40 Jahren werden viele sagen, gut, dass sie das damals erhalten haben."

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