Prozess nach Schlägerei auf der Hohe Straße: Zwei BVB-Fans weniger vor Gericht

Auftakt Prozess BvB Fans angeklagt wg gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung. WR-Bild: Ralf Rottmann
Auftakt Prozess BvB Fans angeklagt wg gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung. WR-Bild: Ralf Rottmann
Foto: Ralf Rottmann

Dortmund. Im Prozess gegen die mutmaßlichen BVB-Hooligans, die laut Anklage am Abend des 17. Mai 2009 im S-Bahntunnel an der Hohen Straße einen 40-Jährigen zusammengschlagen und schwer verletzt haben, lichten sich die Reihen auf der Anklagebank. Gegen einen der ehemals elf Angeklagten wurde das Verfahren bereits ohne Auflagen eingestellt – und weitere sollen folgen.

So hat die Jugendkammer – ein Teil der BVB-Fans sind Heranwachsende – das Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung gegen den nächsten aus der Clique bereits abgetrennt, am kommenden Prozesstag soll dann die endgültige Einstellung erfolgen. „Mein Mandant war wegen Beihilfe angeklagt“, erklärt Rechtsanwalt Axel von Irmer. Es sei nicht klar, ob er überhaupt noch im Tunnel mit dabei war – dort, wo das Opfer von der Gruppe zusammengeschlagen wurde. Beihilfe wird auch einem bisher unbescholtenem Studenten vorgeworfen.

Es seien die „Hinterbänkler“, so Rechtsanwalt Axel von Irmer, die das Verfahren zwar jetzt verlassen, aber nach Einschätzung des Verteidigers mutmaßlich noch einmal im Gerichtssaal auftreten werden – und zwar als Zeugen. In diesem Fall müssten sie Aussagen machen, als Angeklagte dagegen konnten sie schweigen. Davon haben in dem Prozess bis jetzt alle Gebrauch gemacht – während einige aus der Gruppe damals gegenüber der Polizei durchaus Angaben gemacht haben. Ob ihnen dabei seitens der Beamten Versprechungen gemacht worden seien, etwa, eher nach Hause zu dürfen, gehört zu einer Kernfrage dieses Verfahrens.

Seit Anfang Oktober versucht das Gericht zu klären, was an jenem Abend nach dem 6:0 Sieg gegen Arminia Bielefeld geschah. Laut Staatsanwaltschaft kam es zunächst zwischen drei Männern aus der Gruppe der Angeklagten, die zum Teil aus der Kneipe „Lenzstuben“ kamen, und drei betrunkenen Passanten zum Streit. Unter den Passanten war auch das spätere Opfer Timo B., ein Deutsch-Türke. Ein Wort soll das andere gegeben haben, Timo B. sei dann von mehreren Fans bis in den Tunnel verfolgt und zusammengeschlagen worden. Mindestens einer trat laut Anklage auf das am Boden liegende Opfer ein. Timo B. schwebte nach der Tat in Lebensgefahr

Wie sein Rechtsanwalt Rolf Quittmann erklärte, leidet Timo B. noch heute unter Konzentrations,- und Sprachstörungen.

 
 

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