Privatklinik am Rombergpark verspätet sich

Foto: WR Dortmund/Knut Vahlensieck

Brünninghausen.. Am Dienstag jährt sich die Vertragsunterzeichnung der Schwarzwaldklinik, die auf dem Gelände des Gutes Brünninghausen am Rombergpark bauen möchte. Aber bislang liegen nicht einmal Skizzen für den Neubau vor.

Auch wenn Investor Mario Tampris seinerzeit beteuerte, „so schnell wie möglich“ beginnen zu wollen, liegen bis heute noch nicht einmal Bauskizzen vor. Beobachter, die vor einem Jahr noch jubelten, dass ein brach liegendes Filetstück dieser Stadt endlich wach geküsst werde, zeigen sich heute eher ernüchtert.

Investor Mario Tampris, derzeit in Urlaub, macht aktuell weiterhin auf Zuversicht. „Die Vorarbeiten sind das Wichtigste. Unterschrieben ist schnell“, antwortet der „internationale Unternehmer mit Sitz im Schwarzwald“, wie er sich selbst gerne bezeichnet. International sind ebenso seine potenziellen Geldgeber im Hintergrund. Mehrfach hatte Tampris beteuert, dass israelische Finanziers für 60 Millionen Euro eintreten könnten. Soviel soll der Komplex insgesamt verschlingen.

Alles ganz international

International sind auch die möglichen Betreiber. Von einer großen Hotelkette ist die Rede, die nach Angaben von Tampris bereit ist, ein Fünf-Sterne-Hotel neben der Klinik und dem Wellnessbereich zu betreiben. Um wen es sich bei der Kette handelt? Schweigen. Entgegen seiner letzten Ankündigung, im August definitiv Baupläne vorlegen zu können, vertröstet Tampris die Öffentlichkeit nun auf Oktober. Aber: „Alles ist im Lot. Jeder tut seinen Part“, versichert Tampris aus der Ferne.

Dann spricht er an, dass es Veränderungen gab. In der Tat. Zuerst war eine Reha-Klinik geplant. Schwerpunkte sollten Orthopädie und Stoffwechselerkrankungen sein. Dann wurde ein gemeinsamer Bau mit den Johannitern diskutiert, die nun alleine schräg gegenüber neben der neuen Wihoga errichten. Schwerpunkte: Neurologie und Orthopädie. Der Rat der Stadt hat für dieses Bauvorhaben vor der Sommerpause grünes Licht gegeben.

Im Juni hatte es bei der Schwarzwaldklinik geheißen, es werde keine Reha-Klinik gebaut, sondern ein „Ärztehaus“. Jetzt bringt der Investor aus dem Süden ein neue Nutzung ins Spiel: „eine kleine High-Tech-Klinik“ solle nun auf dem historischen Gelände entstehen. Es gebe Gespräche mit potenziellen Nutzern.

Eher später? Ja!

Tampris bittet um Geduld. Die Johanniter hätten ihre Pläne auch nicht in einem Jahr entwickelt. Befragt, ob es denn 2011 zum ersten Spatenstich am Rombergpark komme, antwortet Tampris vielsagend: „Das kann ich nicht sagen.“ Eher später? „Ja.“ Seinen Optimismus will er aber nicht ablegen: „Insgesamt läuft alles. Die Stimmung auf dem Markt ist besser.“

Arbeitsplätze und eine Magnetwirkung weit über die Stadtgrenze hinaus hatte Tampris für sein Projekt vollmundig angekündigt. Immer mehr Beobachter fragen sich aber, ob der Unternehmer das Großprojekt wirklich stemmen kann. Im Süddeutschen hatte er sich zunächst einen Ruf erworben, weil er Pleite gegangene Kurkliniken aus der Insolvenz aufgekauft hatte und versuchte, mit neuem Leben zu füllen. Das ist allerdings nur zum Teil gelungen.

Im April dieses Jahres musste die Klinik in Bad Rippoldsau Insolvenz anmelden. Auch bei der Nachbarklinik in Sasbachwalden soll es nicht zum Besten bestellt sein. Das wiederum könnte Folgen für die potenziellen Geldgeber für die Schwarzwaldklinik am Rombergpark haben, die der schillernden Persönlichkeit Tampris nicht mehr vertrauen könnten.

Inzwischen wachsen die Dornen wieder um das für viel öffentlichem Geld leer geräumt alte Gutsgelände, das dem Investor aus dem Süden für einen Spottpreis, wie manche sagen, überlassen wurde.

 
 

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