Private Politessen – Vor allem Radler melden Falschparker

Gaby Kolle
Falschparker müssen mit einem Knöllchen rechnen. Hunderte privater Anzeigen trudeln jeden Monat allein in Dortmund ein.
Falschparker müssen mit einem Knöllchen rechnen. Hunderte privater Anzeigen trudeln jeden Monat allein in Dortmund ein.
Foto: Archiv/FUNKE Foto Services
  • Hunderte Privatleute melden jeden Monat Falschparker bei den Städten
  • in Dortmund seit Anfang Juli 576 Anzeigen per App
  • Anzeigensteller sind oft Fahrradfahrer

Dortmund. Bürger schreiben Anzeigen gegen Bürger – wegen Falschparkens. Sie meinen, dass die Stadt bei der Verkehrsüberwachung ihre Pflicht nicht erfüllt. Und sie haben das Bedürfnis, den Politessen unter die Arme zu greifen.

Allein in den vergangenen Wochen gab es Hunderte private Anzeigen. Vor allem Radfahrer ärgern sich über zugeparkte Radwege, die sie zu riskanten Ausweichmanövern zwingen. Einer allein schrieb im vergangenen Monat in Dortmund 217 solcher Anzeigen.

Datum, Zeit, Kennzeichen – und möglichst ein Foto

Laut Stadtsprecher Frank Bußmann erreichten die Verkehrsüberwachung des Ordnungsamtes vom 1. Juli bis 11. August auf elektronischem Wege insgesamt 576 private Anzeigen. In Zeiten von Smartphone und Handykamera ist das ganz einfach. Weitere Anzeigen kamen per Post dazu.

Bürger können Verkehrsverstöße wie Falschparken durchaus privat anzeigen. Die Anzeige muss allerdings gerichtsverwertbare Angaben enthalten wie Tattag, Uhrzeit, Tatort, Fahrzeug und Kennzeichen. Ein Beweisfoto kann hilfreich sein.

Diese Anzeigen werden von der Stadt rechtlich geprüft. Sind die Angaben korrekt, werden die Anzeigen ins interne System des Ordnungsamtes eingespeist. Bußmann: "Die Betroffenen bekommen dann eine Verwarnung mit Nennung der Summe X unter Hinweis auf einen Zeugen."

App "Wegeheld" hilft, Falschparker zu melden

Falschparker verpetzen - dafür gibt es sogar eine eigene App. "Wegeheld", entwickelt von einem Berliner Radfahrer. Damit kann man bundesweit Falschparker online auf einer Landkarte eintragen und wahlweise noch eine Mail an das Ordnungsamt schicken.