Polizei warnt vor betrügerischen Teer-Kolonnen

Offenbar treibt eine betrügerische Teer-Kolonne derzeit ihr Unwesen in Dortmund. Die Bande bietet Hausbesitzern an, zu einem günstigen Preis etwa Löcher in der Auffahrt auszubessern. Am Ende steht aber eine große Abzocke.

Dortmund. Die Polizei warnt vor sogenannten Teer-Kolonnen aus dem englischsprachigen Raum, die zurzeit in Dortmund ihr Unwesen treiben.

Am Montag, 5. März, gegen 11:30 Uhr fanden sie ihr erstes Opfer, einen 73-jährigen Dortmunder, in der Straße Flaspoete in Lütgendortmund. Zur Tatzeit klingelte ein junger Mann an der Haustür des Seniors und machte das verlockende Angebot, für 100 Euro die Einfahrt mit seinem Restmaterial neu zu teeren. Man wurde sich schnell einig und kurze Zeit später erledigten insgesamt acht junge Männer den Auftrag – jedoch nicht wie besprochen.

Am Ende war der gesamte Hof nicht nur ausgebessert, sondern komplett mit Teer überdeckt. Die Einfahrt, die eigentlich geflickt werden sollte, war unverändert. Schließlich verlangten die Arbeiter Geld, allerdings viel mehr als zuvor besprochen – einen hohen vierstelligen Betrag. Die Betrüger boten dem Mann sogar an, ihn zur Bank zu begleiten, damit er das Geld abholen könne.

Der Dortmunder weigerte sich, das Geld auszuzahlen und ging auch auf ein um die Hälfte reduziertes Angebot nicht ein. Hieraufhin entfernte sich die Teerkolonne in unbekannte Richtung, das Opfer erstattete Anzeige wegen Sachbeschädigung und Betrug.

Am Dienstag, 6. März, erignete sich in Oespel ein ähnlicher Vorfall. Opfer wurde diesmal eine 89-jährige Frau, die um 14 Uhr ebenfalls von einem jungen Mann zu Hause aufgesucht wurde. Das Angebot hier: Für einen geringen zweistelligen Betrag Löcher in der Hoffläche stopfen. Die Frau willigte ein und plötzlich waren ganz viele Arbeiter da. Im Handumdrehen wurde der Auftrag ausgeführt, anschließend verlangte ein älterer Arbeiter eine Summe von 10.000. Anschließend senkte er den Betrag auf 9000 Euro. Die Betrüger fuhren ihr Opfer in einem Pkw zu einer Bank, wo die Dortmunderin das Geld abholen sollte.

Als die Frau dann von einer Bankangestellten die Auszahlung des Geldes forderte, nannte sie der Dame auch den Grund für die hohe Summe. Die aufmerksame Bankangestellte verständigte sofort die Polizei, Geld zahlte sie nicht aus. Die Arbeiter, die draußen vor der Bank gewartet hatten, hatten sich jedoch vor Eintreffen der Beamten in unbekannte Richtung entfernt.

Die Polizei geht davon aus, dass sich die Teerkolonne weitere Opfer sucht. Daher die warnt die Polizei generell vor Haustürgeschäften und gibt Tipps:

  • Bei Teerkolonnen handelt es sich oftmals um Betrüger, die gewerberechtlich nicht gemeldet sind.
  • Die Teerarbeiten werden nicht fachgerecht ausgeführt und sind qualitativ minderwertig
  • Nach Abschluss der Arbeiten schrecken die zumeist sehr kräftigen und stets mit mehreren Personen auftretenden Arbeiter auch vor Gewaltandrohungen nicht zurück, wenn die geforderte Summe nicht unverzüglich bezahlt wird.
  • Diese „Unternehmen“ hinterziehen Steuern, führen keine Sozialversicherungsbeiträge ab und verletzen handwerks- und gewerberechtliche Vorschriften.
  • Auftraggeber solcher Arbeiten haben weder Vertrag noch Garantieansprüche, selbst wenn die Arbeiten mit minderwertigem Material ausgeführt wurden und erhebliche Mängel aufweisen.
  • Wer solchen „Schwarzarbeitern“ einen Auftrag erteilt, macht sich dadurch selbst strafbar.

Hinweise von Zeugen, die die Teerkolonne gesehen haben, von ihr angesprochen wurden oder einfach verdächtige Beobachtungen gemacht haben, werden gebeten, sich telefonisch mit der Polizei unter der Rufnummer 0231 - 132 2121 der Polizeiinspektion 2, in Verbindung zu setzen.