Polizei prüft Bezug der Terror-Zelle zum Polizistenmord in Dortmund

Das Wohnhaus der Mitglieder der Terrorzelle. Foto: dapd
Das Wohnhaus der Mitglieder der Terrorzelle. Foto: dapd
Im Zusammenhang mit den Anschlagsvorwürfen gegen die Zwickauer Terrorzelle überprüfen die Behörden jetzt auch eine mögliche Verbindung zum Polizistenmord in Dortmund und Waltrop. Das teilte jetzt NRW-Innenminister Ralf Jäger im Landtag mit. Der mutmaßliche Nationalsozialist Michael Berger hatte im Jahr 2000 drei Polizeibeamte im Einsatz erschossen.

Düsseldorf/Dortmund.. Die Tat hatte bundesweit für Entsetzen und Anteilnahme gesorgt: Am 14. Juli 2000 erschießt der mutmaßliche Nationalsozialist Michael Berger in Dortmund und Waltrop drei Polizeibeamte im Einsatz und richtet sich schließlich selbst. Dieser Fall ist nun wieder in den Blickpunkt der Behörden gerückt: Derzeit untersuche die Polizei NRW "die sich aus der aufgefundenen DVD ergebenen Hinweise auf Straftaten in NRW", sagte NRW-Innenminister Jäger jetzt im Landtag. "Dazu gehören insbesondere der Anschlag an der S-Bahn-Station Wehrhahn in Düsseldorf am 27.7.2000 sowie die Ermordung von zwei Polizeibeamten und einer Polizeibeamtin am 14.6.2000."

Die Bluttat hatte am Morgen im Dortmunder Ortsteil Brackel begonnen: Polizeikommissar Thomas Goretzky will den 31-jährigen Michael Berger in seinem Pkw kontrollieren, weil dieser unangeschnallt am Steuer sitzt. Berger eröffnet unvermittelt das Feuer. Vier Kugeln treffen den Polizeikommissar, eine davon seinen Kopf. Der Familienvater stirbt noch am Tatort, eine Kollegin erleidet einen Beinschuss. Der Täter flüchtet.

Tödliche Kopfschüsse

20 Kilometer weiter entdeckt Berger an einer Kreuzung in Waltrop einen parkenden Streifenwagen. Ohne Vorwarnung schießt er auf die beiden Insassen: Matthias Larisch von Woitowitz und seine Kollegin Ivonne Hachtkemper von der Polizei Recklinghausen erleiden tödliche Kopfschüsse. Der Täter kann erneut fliehen. Noch am Abend wird Berger, der in die rechte Szene verstrickt sein soll, tot in seinem Wagen gefunden. Der Waffennarr hat seinem Leben offenbar selbst ein Ende gesetzt.

Elf Jahre später, so Jäger, werde nun "die vordringliche Frage geklärt, ob Personen der neonazistischen Szene in NRW Bezüge zur terroristischen NSU in Thüringen hatten". Konkret: Ob Berger mit der Zwickauer Terrorgruppe in Verbindung gestanden hat. Bekannt sei, dass die rechten Szenen bundesweit vernetzt sind.

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