Polizei ermittelt gegen angegriffenen Journalisten

Nach der Attacke auf den Dortmunder Fotojournalisten Marcus Arndt in der City ermittelt die Polizei weiterhin "mit Hochdruck", so Polizeipräsident Gregor Lange - auch gegen Arndt selbst. Grund ist die Schreckschusswaffe, mit der der Dortmunder nach eigener Aussage die rechtsradikalen Angreifer vertrieben hat.

Dortmund. Arndt gibt an, am Montagabend von mehreren Rechtsradikalen attackiert und mit dem Tod bedroht worden zu sein. Gegen die Angreifer auf der Viktoriastraße in der Nähe des alten Museums am Ostwall hatte sich Arndt laut eigenen Angaben mit einer Schreckschusswaffe gewehrt und so die Angreifer verjagt.

Daher ermittelt die Polizei jetzt gegen den Journalisten wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz. Arndt ist zwar berechtigt, eine solche Waffe zu tragen. Allerdings war er zuvor in der Nähe eines Aufmarsches von Rechtsextremen in Derne. Dort, bei einer Versammlung, hätte er die Waffe nicht tragen dürfen. Arndt sagte unserer Redaktion, die Waffe habe er dort nicht dabei gehabt.

Arndt unter Polizeischutz

Die Aufklärung des Falls hat Polizeipräsident Gregor Lange zur Chefsache erklärt. Dazu stockte er die Soko "Rechts" um zwölf Ermittler auf. Arndt steht seit der Attacke unter Polizeischutz.

Tobias Großekemper