Polizei Dortmund verbietet vor 139. Revierderby Fanmärsche und Pyrotechnik

Viele Emotionen, mitunter Gewaltbereitschaft: Das 139. Revierderby am Samstag zwischen dem BVB und Schalke ist auch für die Polizei Dortmund kein normales Spiel, wie dieses Foto vom 13. September 2008 zeigt. Foto: Franz Luthe
Viele Emotionen, mitunter Gewaltbereitschaft: Das 139. Revierderby am Samstag zwischen dem BVB und Schalke ist auch für die Polizei Dortmund kein normales Spiel, wie dieses Foto vom 13. September 2008 zeigt. Foto: Franz Luthe
Foto: Franz Luthe
Nach den Krawallen beim Dresden-Spiel blickt die Polizei Dortmund entspannter auf das 139. Revierderby zwischen Gastgeber BVB und Schalke. Einsatzleiter Andres, der auch bei der Pokal-Randale Aufsicht führte, hat für Samstag ein „gutes Bauchgefühl“. Fanmärsche und Glas in Stadionnähe sind verboten.

Dortmund.. Dortmunds Polizei sieht sich vor dem 139. Revierderby am Samstag zwischen der gastgebenden Borussia und Schalke 04 „gut aufgestellt“. Während sie in früheren Jahren vor dem heißen Duell schon mal zu Pressekonferenzen einlud, um angesichts drohender Fanmärsche auf Verhaltensregeln zwecks friedlichen Ablaufs aufmerksam zu machen, reicht ihr in dieser Woche ein Appell an die Anhänger in beiden Lagern: „Ein echter Fan braucht keine Gewalt .“

Auf mögliche Gewaltbereitschaft habe sich die Dortmunder Polizei in ihrer Einsatz- und Kräfteplanung vorbereitet. „Wir sind gut aufgestellt. Ich habe ein gutes Bauchgefühl“, so Peter Andres, Einsatzleiter am kommenden Samstag. Vermutlich wieder mit einem vierstelligen Aufgebot wollen die Behörden für Ruhe in der Stadt und rund um das Stadion sorgen.

Polizeidirektor Andres hatte sich zuletzt geschockt über die Krawalle beim Risikospiel gegen Dynamo Dresden geäußert ("Wenn wir vor dem Stadion eingeschritten wären, wäre ein Blutbad entstanden"), befürchtet aber trotz hoher Emotionalität bei beiden Revierklubs keine Wiederholung dieser Randale am Samstag. In einem etwa dreiseitigen Fanbrief an beide Lager erinnert die Behörde an die heftigen Szenen bei der Pokalpartie: „Massive Ausschreitungen, massive Sachbeschädigungen, massiver leichtfertiger Umgang mit Pyrotechnik! Soweit sollte es nicht kommen, für das Derby darf es nicht soweit kommen!“

Ehrenkodex mit BVB und Schalke vereinbart

Für ein friedliches Fußballfest mit vielen Emotionen und Leidenschaft entwickelten und vereinbarten beiden Vereine einen Ehrenkodex, der das Ziel hat, ein friedliches Fußballspiel zu gewährleisten. Damit sollen Straftaten und Ausschreitungen vor dem Spiel, während der Partie und bei der Abreise verhindert werden. Zitat: „Aus diesem Grund wird die Polizei konsequent gegen Gewalttäter und Randalierer vorgehen.“

Eine weitere Unterstützung für dieses Ziel sei das durch die Stadt Dortmund erlassene Glasverbot im Stadionumfeld. Schaut man auf die letzten Derbys in Dortmund, so sei es wiederholt zu Glasflaschenwürfen auf Fans gekommen. Darüber hinaus verfügte die Polizei auch ein Glasverbot in den Regionalzugverbindungen und Entlastungszügen auf der Strecke Gelsenkirchen-Dortmund.

Im Fanbrief heißt es: „Damit es nicht zu unnötigen Beeinträchtigungen kommt, ist es insbesondere für die mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisenden Fans wichtig, auch schon in den Zügen und Bahnen keine Glasflaschen oder Glasbehältnisse mitzuführen. Schon dort sind entsprechende Kontrollen beabsichtigt.“

Fanmärsche und Ansammlungen verboten

Auch gezielte Provokationen der gegenerischen Fans oder eine Ansammlung an neuralgischen Orten will die Polizei verhindern und „wird gegen solche Absichten und Aktionen konsequent vorgehen“. Darunter fallen Fanmärsche, die aus der Innenstadt zum Stadion oder umgekehrt verboten sind, da sie „konkret die öffentliche Sicherheit“ gefährden.

Eine weitere Forderung der Einsatzleitung: „Wir fordern alle Fans dazu auf, als gute Gäste im Signal-Iduna-Park und im Stadtgebiet auf die Verwendung von Pyrotechnik zu verzichten, um nicht leichtfertig die Gesundheit und das Leben von anderen Menschen zu gefährden oder zu schädigen. Das Mitführen und Abbrennen von Pyrotechnik führt ausnahmslos zu erheblichen, auch strafrechtlichen Konsequenzen sowie zu einem bundesweiten Stadionverbot.“

 
 

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