Polizei Dortmund nimmt nach Anstieg der Kriminalstatistik jugendliche Räuber ins Visier

Andreas Winkelsträter
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Dortmund. So viele Einsätze für die Mordkommission wie noch nie, ein drastischer Anstieg bei Raubdelikten, immer mehr Taschendiebe sind unterwegs - die Dortmunder Polizei hatte im vergangenen Jahr bei der Bearbeitung von 80.123 Straftaten alle Hände voll zu tun. Die Kriminalstatistik in Dortmund für 2010 weist einen Anstieg von 3,19 Prozent auf.

Vor allen Dingen bei den Delikten Raub und Diebstahl gibt es einige Ausreißer nach oben in der Statistik. Genauer angeschaut, so der Leitende Kriminaldirektor Ulrich Kühne, habe man sich den Bereich Raubdelikte. „Da hat es eine Verlagerung weg von sicheren Tankstellen auf Spielhallen gegeben“, erklärte der Kripochef. Fehlende Überwachungsanlagen oder auch laxe Handhabung von Öffnungs- und Schlusszeiten machten es den Tätern einfach. So suche die Polizei das Gespräch mit den Betreibern, aber auch mit den Berufsgenossenschaften.

Eine konkrete Analyse im Bereich Straßenraub habe ergeben, dass 70 Prozent der Personen, die die 688 Taten verübt haben, unter 21 Jahre alt sind. Und von diesen wiederum stammen 60 Prozent aus der Altersgruppe der 15- bis 17-Jährigen. Diesen fehle oftmals das Unrechtsbewusstsein, wenn es ums so genannte „Abziehen“ geht. Im Fokus der Jugendlichen sind in erster Linie Handys oder Musikplayer wie iPods. Der überwiegende Teil der jugendlichen Täter hat einen Migrationshintergrund. Es sind laut Polizei Türken oder Marokkaner, die in der Nordstadt oder in Hörde leben. Die Raubtaten nehme man sehr ernst, da auch die Gewaltbereitschaft der Täter immer mehr zunehme.

Mehr Taschendiebstähle

Im Fokus der Polizei sind ebenfalls die Taschendiebe. Auch hier verzeichnet man Steigerungsraten um die 34 Prozent (3579 Taten in 2010). Es sei in Kooperation mit der Bundespolizei gelungen, nicht nur die „Klau-Kids“ einer Bande aus dem ehemaligen Jugoslawien festzunehmen, sondern auch die Hintermänner. Hierdurch seien mehrere hundert Taten aufgeklärt worden. Doch die erhoffte Beruhigung sei nicht eingetreten, da bulgarische Diebe nachrücken.

Ein Thema, das die Polizei in Zukunft zunehmend beschäftigen wird, sei das Thema „Skimming“, das Ausspähen von Kontodaten und der dann folgende Betrug. Hier habe sich die Zahl der Straftaten auf 56 verdoppelt.

Die Globalisierung durch die EU-Ost-Erweiterung bereite der Polizei Probleme. Neben den Bulgaren und Rumänen in der Nordstadt hätten Weißrussen sechs Banküberfälle begangen.