Pizzabäcker und Ärzte als Opfer - Bande ging im ganzen Revier auf Diebestour

Foto: WR/Franz Luthe
Wegen Diebstahls in fast 40 Fällen müssen sich vier 23 bis 26 Jahre alte Angeklagte seit dem 1. Juni vor dem Dortmunder Landgericht verantworten. Das Quartett stieg von August bis Dezember 2011 nachts unter anderem in Friseurgeschäfte, Arztpraxen und Pizzerien ein. Beute: insgesamt rund 70.000 Euro.

Dortmund.. Eines muss man den vier Freunden lassen. Sie waren bei ihren ausgedehnten Diebestouren ausgesprochen fleißig. Fast 40 Mal brachen sie vor allem in Dortmund, aber auch in anderen Revierstädtein in wechselnder Beteiligung von August bis Dezember 2011 in diverse Büroräume und Geschäfte ein, erbeuteten insgesamt rund 70 000 Euro. Seit gestern müssen sich die zwischen 23 und 26 Jahre alten Freunde vor der 39. Großen Strafkammer verantworten.

Zum Prozessauftakt zeigten sich alle Vier im Großen und Ganzen geständig: „Ich habe mich da bequatschen lassen. Blöd, wie ich bin, habe ich da eben mitgemacht“, erzählte jener junger Dortmunder, der als einziger auf freiem Fuß zum Prozess kam und nicht in U-Haft sitzt. In Opas Auto hatte er für seine Kumpel den Chauffeur gespielt, schließlich ist er als einziger im Besitz eines gültigen Führerscheins.

Gleich zweimal in dieselbe Pizzerie eingestiegen

Der Winkelriedweg in der Gartenstadt, unweit des Defdahls, hatte es den Vieren wohl besonders angetan: Gleich zweimal, in der Nacht zum 9. September und dann einen Monat später, stiegen sie hier in eine Pizzeria ein, erbeuteten beim ersten Mal lediglich eine Flasche Grappa und beim zweiten „Besuch“ immerhin 1050 Euro Bargeld. Weniger lohnenswert war dagegen der Einbruch nebenan in den Friseurladen, hier gab es nur 30 Euro zu holen.

Ansonsten waren die Vier nicht wählerisch, kaum ein Stadtteil blieb von ihnen verschont. In der östlichen Innenstadt ließen sie in der Arndtstraße aus einem Architekturbüro diverse Computer und Bargeld mitgehen, die Beute betrug insgesamt 17 000 Euro.

Rechtsanwaltskanzleien und Sonnenstudios als weitere Tatorte

In Brackel schlug das Quartett gleich zweimal zu. Hier stiegen sie in eine Rechtsanwaltskanzlei ein, wenige Tage später in eine Tankstelle am Westheck. Weitere Tatorte: Lottoläden, Sonnenstudios, Versicherungsbüros, eine Tierarztpraxis auf dem Höchsten. Die Beute hier: Ein Stethoskop und Arzneimittel im Wert von 1400 Euro. Bei eine Zahnarztpraxis in Mengede scheiterten die Angeklagten, Türen und Fenster waren zu gut abgesichert. Auch Getränkemärkte und Kioske hatten es dem Quartett angetan, oft schlug es in einer Nacht gleich mehrfach zu.

Mit dem erbeuteten Geld den Lebensunterhalt bestritten

Mit den 70 000 Euro Einnahmen aus ihrer monatelangen Diebestour haben die Vier laut Anklage „ihren Lebensunterhalt bestritten“ sowie Drogen gekauft. Die Polizei kam ihnen durch einen anonymen Hinweis auf die Schliche. Urteil voraussichtlich am 8. Juni.

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