Pflegefamilien brauchen mehr Hilfe

Von Frank Bußmann
Pflegefamilien sollen in Dortmund mehr Hilfe bekommen.
Pflegefamilien sollen in Dortmund mehr Hilfe bekommen.
Foto: ddp
Die Anforderungen für Pflegefamilien sind in den letzten Jahren gestiegen. Eine sozialpädagogische Unterstützung ist nötig. Darauf weist das Jugendamt in einem Bericht an den Fachausschuss hin.

Dortmund. 1750 Kinder und Jugendliche leben in Dortmund derzeit nicht bei ihren Eltern. Davon sind etwa 900 Betroffene in Pflegestellen untergebracht. Um den steigenden Herausforderungen gewachsen zu sein und den Pflegefamilien zu helfen, soll nun Schritt für Schritt ein Konzept zum Aufbau sozialpädagogischer Pflegestellen umgesetzt werden.

Die gesellschaftlichen Probleme werden auch in diesem Bereich drängender. Der Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie wird sich in seiner Sitzung am übernächsten Mittwoch mit den entsprechenden Vorstellungen desJugendamts beschäftigen. Fakt ist: In den letzten Jahren hat es eine deutliche Zunahme von Kindern gegeben, die aus besonders schwierigen sozialen Verhältnissen kommen. Deren „Anforderungsprofil“, heißt es in der Bestandsaufnahme des Amtes , sprenge die Möglichkeiten einer klassischen Vollzeitpflegefamilie deutlich.

Intensivere Betreuung nötig

Zunehmend müssten Kindern, die vom Alter her in eine Pflegefamilie passten, in Einrichtungen untergebracht werden, die eine effektive sozialpädagogische Betreuung lieferten. „In den letzten Jahren ist deutlich geworden, dass Pflegeeltern mit Kindern, die besondere Auffälligkeiten zeigen, nicht nur eine bessere Honorierung ihrer Tätigkeiten wünschten, sondern auch eine wesentlich intensivere Betreuung durch Fachpersonal“, heißt es in der Vorlage des Jugendamtes an den Ausschuss.

Ziel der aktuellen Anstrengungen müsse nun die Einrichtung sozialpädagogischer Pflegestellen sein. Diese Hilfe käme unter anderem jenen Kindern zu Gute, die lange Jahre mit Eltern mit schweren psychischen Erkrankungen lebten, die Opfer gewalttätiger Übergriffe geworden sind, die massiv vernachlässigt worden sind oder deren Eltern eine langjährige Suchtkarriere haben.

Neue Konzeptionalisierung erfordert keine Mehrkosten

In seinem Konzept legt das Jugendamt nun das Profil der Pflegestelle fest sowie die Art der gezielten Akquise von professionellen Pflegepersonen und deren Qualifizierung, Beratung und Fortbildung. Obwohl die Arbeit mit sozialpädagogischen Pflegestellen nicht nur eine umfassendere personelle Betreuung, sondern auch eine bessere finanzielle Ausstattung erfordere, soll die Umsetzung des Konzepts kostenneutral aus dem bestehenden Budget erfolgen, heißt es.