Pfadfinder gesteht mehrfachen Kindesmissbrauch

Der angeklagte 42-Jährige hat gestanden, zwei Jungen wiederholt sexuell missbraucht zu haben. Hier ist er neben seinem Verteidiger Kay Matten im Gerichtssaal zu sehen.
Der angeklagte 42-Jährige hat gestanden, zwei Jungen wiederholt sexuell missbraucht zu haben. Hier ist er neben seinem Verteidiger Kay Matten im Gerichtssaal zu sehen.
Foto: von Braunschweig
Mehr als zehn Jahre lang soll ein Pfadfinder-Gruppenleiter aus Westerfilde mit einem dunklen Geheimnis gelebt haben. Ende der 1990er-Jahre habe der heute 42-jährige Altenpfleger zwei Jungen aus seiner Gruppe regelmäßig missbraucht, gestand er vor Gericht. Die Taten reichten demnach vom Streicheln bis zum Geschlechtsverkehr.

Dortmund. Am Dienstag legte der Mann vor dem Landgericht ein Geständnis ab."Ich habe mich nach Liebe gesehnt", sagte der 42-Jährige den Richtern. Zur damaligen Zeit habe er über gar keine zwischenmenschlichen Kontakte verfügt. Da sei ihm seine Arbeit bei den Westerfilder Pfadfindern gerade recht gekommen.

Auf große Fahrt nach Österreich

Zweimal pro Woche war Gruppenstunde, an fast jedem Wochenende traf er sich mit "seinen" Jungen und Mädchen, und in den Sommerferien ging es gemeinsam auf große Fahrt nach Österreich oder Polen.

Dass er die ganze Zeit über sexuelle Kontakte zu zwei Jungen suchte, merkte von den anderen Beteiligten keiner. Bei den Ferienfreizeiten verabschiedete sich der Gruppenleiter unter einem Vorwand in den Schlafraum - und traf sich dort mit dem zwölfjährigen Jungen. Und auch bei einer gemeinsamen Video-Nacht in Westerfilde krabbelte er unter den Schlafsack des Kindes.

Opfer müssen vielleicht nicht aussagen

Nach dem Geständnis des Angeklagten werden die Richter wahrscheinlich darauf verzichten können, die beiden inzwischen erwachsenen Opfer als Zeugen zu vernehmen. Einer der Jungen hatte seinen früheren Pfadfinder-Gruppenleiter im Jahr 2012 doch noch angezeigt und alles ins Rollen gebracht.

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