Pfadfinder droht empfindliche Haftstrafe wegen Missbrauchs

Einem ehemaligen Pfadfinder droht eine mehrjährige Haftstrafe wegen Kindesmissbrauchs.
Einem ehemaligen Pfadfinder droht eine mehrjährige Haftstrafe wegen Kindesmissbrauchs.
Foto: von Braunschweig
Im Prozess um den Missbrauchs-Skandal in einer Dortmunder Pfadfinder-Gruppe hat die Staatsanwaltschaft am Mittwoch viereinhalb Jahre Haft beantragt. Der angeklagte Ex-Gruppenleiter reagierte geknickt. Der 42-Jährige hält eine zweijährige Bewährungsstrafe für ausreichend und angemessen.

Dortmund. Trotz seines umfassenden Geständnisses, das es auch den beiden Opfern erspart hatte, noch einmal vor dem Landgericht Dortmund als Zeugen vernommen zu werden, ging Staatsanwältin Stefanie Rößler mit dem Angeklagten hart ins Gericht.

Sie warf dem 42-Jährigen vor, seine sexuellen Übergriffe weiterhin zu verharmlosen. Der frühere Pfadfinder hatte von einer "Beziehung" gesprochen, die er über mehrere Jahre mit zwei Kindern aus seiner Gruppe geführt habe. Er selbst habe sich nach Liebe und Zuneigung gesehnt. Für die Jungen sei das Ganze wohl ein "Abenteuer" gewesen.

Wort "einvernehmlich" unangebracht

Diese Begriffe stießen Staatsanwältin Rößler sauer auf. Das Wort "einvernehmlich" verbiete sich schlicht bei Jungen von gerade einmal elf Jahren. "Der Angeklagte kann maximal davon sprechen, dass sich die Kinder nicht gewehrt haben", hieß es im Plädoyer.

Auch die Beteuerungen des Angeklagten, seit 2001 sei es zu keinen weiteren Vorfällen gekommen, weil er ja jetzt in einer glücklichen Beziehung mit einer Frau lebe, überzeugten die Anklägerin nicht.

Computer mit Kinderporno-Bildern

Bei der Durchsuchung der Wohnung des 42-Jährigen war die Polizei noch 2012 auf einen Computer mit zahlreichen Kinderporno-Bildern gestoßen. "Das spricht Bände", sagte die Staatsanwältin.

Nach Angaben von Verteidiger Kay Matten will sich der 42-Jährige jetzt freiwillig einer Sexualtherapie unterziehen. Diese könne er aber nur antreten, wenn er auf freiem Fuß bleibe. Die Richter wollen am 14. März ihr Urteil verkünden.

 
 

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