Paypal kündigt Dortmunder Ticketanbieter wegen Kuba-Embargo

Jörn Hartwich
Paypal leidet unter starker Konkurrenz durch Rivalen wie Amazon.
Paypal leidet unter starker Konkurrenz durch Rivalen wie Amazon.
Foto: Lukas Schulze
Der Online-Bezahldienst Paypal hat den Vertrag mit einem Ticketanbieter gekündigt. Der Händler hatte Tickets für eine kubanische Nacht verkauft.

Dortmund. Der Dortmunder Ticketanbieter "Pro Ticket" hat PayPal als Bezahldienst verloren. Grund ist offenbar das Kuba-Embargo der USA. "Pro Ticket" hatte im März Eintrittskarten für eine kubanische Nacht verkauft. Daraufhin waren das PayPal-Konto gesperrt und der Vertrag gekündigt worden.

Pro-Ticket-Geschäftsführer Karsten Killing hatte vor dem Dortmunder Landgericht am Dienstag zwar noch einmal mit aller Kraft versucht, den Rauswurf von PayPal anzufechten - allerdings erfolglos. Der Internet-Bezahldienst hatte zuletzt noch einmal ganz normal gekündigt - ohne besondere Begründung, ohne Hinweis auf Kuba.

Streit um kubanische Nacht in Dortmund

Und das sei nach Ansicht der Richter nicht zu beanstanden. Jeder habe schließlich das Recht, einen Vertrag zu kündigen. Der Streit war vor einer kubanischen Nacht entbrannt. Unter dem Namen "Noche de Cuban Son" wurden Tickets für eine Veranstaltung im Dortmunder "Cabaret Queue" angeboten.

Daraufhin hatte Paypal das Konto von "Pro Ticket" gesperrt. Das Guthaben von rund 23.000 Euro wurde vorübergehend eingefroren. Tatsächlich wurden auf der Veranstaltung jedoch weder kubanische Waren verkauft, noch traten kubanische Musiker oder Künstler auf.

Dramatische Folgen für Ticketanbieter

"Die Musik kam von CD", sagte Pro Ticket-Gesschäftsführer Karsten Killing am Rande der Verhandlung. Von einem Verstoß gegen das Kuba-Embargo, das in Europa ohnehin nicht beachtet werden dürfe, könne also gar keine Rede sein. Der Rauswurf von PayPal hat für sein Unternehmen dramatische Folgen. Seitdem PayPal nicht mehr als Bezahldienst angeboten werden kann, ist der wöchentliche Umsatz laut Killing um rund 15.000 Euro eingebrochen.