Papageien kippten beim Pizzabacken tot von der Stange

Da waren Chicco und Coco noch putzmunter. Die Papageien durften sich in der ganzen Wohnung bewegen.
Da waren Chicco und Coco noch putzmunter. Die Papageien durften sich in der ganzen Wohnung bewegen.
Foto: privat
Schock für einen Vogelfreund: Kurz nachdem er seine Pizza aus dem Ofen geholt hatte, kippten seine beiden Papageien plötzlich tot von der Stange. Die Dämpfe der neuen Teflon-Fettpfanne, so der Mann, hätten seine Lieblinge umgebracht. Gegen Verkäufer und Hersteller zog er jetzt vor Gericht.

Dortmund. Manfred Heinz dachte an nichts Schlimmes, als beim Pizzabacken ziemlich viel Qualm aus dem Backofen stieg. „Auf einmal hörte ich einen Schrei, und meine beiden Papageien lagen tot im Käfig.“

Für ihn ist der Fall klar: Seine Lieblinge Chicco (16) und Coco (12) starben durch die Dämpfe seiner neuen Fettpfanne: Und deshalb, so lautete seine Klage vor dem Amtsgericht, sollten sowohl Verkäufer als auch Hersteller insgesamt 2100 Schadenersatz zahlen. Zwar wurden die beiden Graupapageien einst zusammen für 1000 Euro angeschafft, aber schließlich hätten Chicco und Coco bei ihm ja auch einiges gelernt, was den Wert erheblich steigere. „Ganz so einfach ist das nicht“, gab Amtsrichter Josef Knierbein zu bedenken, man wisse schließlich nicht, wie nun der Wortschatz der Papageien aussah und was ihnen in all den Jahren so beigebracht wurde...

Hersteller bezog sich auf das „Handbuch für Vogelhalter“

Scherz beiseite: Dass der Witwer unter dem Tod seiner Papageien leide, sei keine Frage und das sei auch traurig. Herr Heinz ist nun der Meinung, Hersteller als auch Verkäufer hätten ihn auf die Gefahren hinweisen müssen: „Ich habe erst danach im Internet erfahren, wie empfindlich Vögel darauf reagieren.“ Die Gegenseite indes bezog sich auf das „Handbuch für Vogelhalter“, in dem schwarz auf weiß steht, wie gefährlich Koch-Dämpfe für das liebe Federvieh werden können und man daher auch seinen Wellensittich besser nicht in der Küche halten sollte.

Nun wird ein Gutachter eingeschaltet

Amtsrichter Knierbein versuchte vergeblich, durch einen Vergleich die Kuh vom Eis zu bekommen. „Ein Hersteller von Teflonbeschichteten Pfannen sollte schon kurz auf das Problem hinweisen.“ Auf der anderen Seite sollte sich ein erfahrener Vogelbesitzer – und das sei er, wie Herr Heinz beteuerte – der Gefahr bewusst sein. Mit 1000 Euro wollte sich der Vogelfreund jedoch nicht abspeisen lassen, schließlich hätte er durch den Tod von Chicco und Coco auch sehr gelitten. Da auch der juristische Vertreter des Pfannenherstellers erklärte, man müsse die Todesursache der Vögel feststellen, will das Gericht nun ein Gutachten über die Frage der Gefährlichkeit von Teflon-Dämpfen für Vögel einholen.

Exhumierung von Chicco und Coco kommt nicht in Frage

Eines wird nicht geschehen: eine Exhumierung der im Garten begrabenen Graupapageien, so wie es Herr Heinz angeregt hatte. „Kein Problem, die haben da ein schönes Plätzchen.“ Und das sollen sie auch behalten, so Amtsrichter Josef Knierbein: „Lassen wir die Vögel ruhen.“

 
 

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