Panne bei "Earth Hour": Dortmunder U strahlt weiter

Licht aus? Nichts da! Bei der Premiere der Umweltaktion "Earth Hour" in Dortmund ging am Samstagabend einiges schief. Anstatt wie angekündigt in der Dunkelheit zu versinken, strahlte das Dortmunder U fröhlich weiter. Bei der zentralen Veranstaltung machte ausgerechnet die Umwelt Probleme.

Dortmund.. Seit 2007 werden "Earth Hour" der Umweltstiftung WWF einmal im Jahr berühmte Bauwerke in Dunkelheit gehüllt - ein Aufruf zum Energiesparen, rund um den Globus. Dazu zählen der Big Ben in London, die Christusstatue in Rio de Janeiro. 2013 sollte erstmals auch das Dortmunder U dabei sein.

"Um 20.30 Uhr macht der Turm die Lichter aus", verkündeten Winkelmanns fliegende Bilder draußen in großen Lettern. Was tatsächlich passierte, enttäuschte. Während zahlreiche Dortmunder Augen und Kameras erwartungsvoll auf den Turm richteten, wurde das Licht lediglich ein wenig gedimmt. Nicht einmal das leuchtende U erlosch.

Vom Winde verweht
Auch die zentrale "Earth Hour"-Veranstaltung auf dem Vorplatz des U-Turms hatte mit Problemen zu kämpfen. Eigentlich hatten Schüler des Karl-Schiller-Berufskollegs mit einem Liedermacher, einer Lichterkette und Fahrradgeneratoren während der "Earth Hour" ("Stunde für die Erde") ein Zeichen für den Klimaschutz setzen.Doch ausgerechnet ein Umwelteinfluss machte ihnen dabei einen kleinen Strich durch die Rechnung: der Wind. Der war so stark, dass die Schüler ihr zusammen mit dem Umweltamt entwickeltes Programm spontan in den U-Turm verlegen mussten.


Feueralarm verhindert Lichterkette
Im Foyer des U-Turms wartete das nächste Problem: "Eigentlich wollten wir eine lange Lichterkette bilden", erzählten die Schülerinnen Sinem Cetin (17) und Melania Costanzino (16).

Doch von den vorbereiteten Kerzen durfte Bürgermeister Manfred Sauer bloß eine symbolisch entzünden. "Sonst geht hier der Feueralarm los", erklärte Gabriele Wysgol vom Umweltamt.
Stockdunkel im Foyer
Allein im Foyer war’s inzwischen stockdunkel. Bürgermeister Sauer brauchte ein Leselicht und improvisierte zur Begrüßung. Er lobte das Engagement der Schüler, mahnte zum Energiesparen und erklärte die Ziele der Stadt: "Bis 2020 sollen 40 Prozent des Stromverbrauchs eingespart werden."
Als gute Vorbilder traten einige Berufsschüler kräftig in die Pedale. Auf Fahrrädern des Dortmunder "Chaos Treffs" strampelten sie Liedermacher Boris Gott den nötigen Saft für einen Auftritt zusammen.

Der freute sich, seine Nordstadt-Songs singen zu können, "während andere dafür arbeiten." Die Geduld der Gäste blieb wetterfest und wurde auch mit ambitionierten Tanz-, Beatbox- und Gesangseinlagen der jungen Klimabotschafter belohnt.

EURE FAVORITEN