Packendes Theater trotz Sparzwangs

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Trotz der Sparzwänge packende Kunst bieten - ein Kunststück, das alle fünf Spartenleiter des Theaters vollbringen wollen: Sie stellen dem Kulturausschuss jetzt die Pläne für die Saison 2010/11 vor.

Schauspiel

Eindruck hat Kay Voges hinterlassen, der sich als Schauspieldirektor ab Mitte 2010 dem Ausschuss vorstellte: Er konnte die Anzahl der Premieren von zehn auf 13 erhöhen. Geplant ist eine Reise durch die Theaterzeit, die per Marathon vom 1. bis 3. Oktober startet: Büchners Sozialdrama „Woyzeck” inszeniert Voges selbst, gefolgt von Lessings „Miss Sara Sampson” und „Die Perser” von Aischylos, eines der ersten Dramen der Menschheit, das das hoch aktuelle Thema des Kulturenkonflikts anspricht. Die Qualiäten des musikalischen Leiters Paul Wallfisch sind in Brechts „Dreigroschenoper” (3.12.) zu erleben. Ein Höhepunkt wird die Uraufführung der mit Dortmundern erarbeiteten Bergbau-Revue „Heimat unter Erde” (22. 1.), die mit 40 000 Euro von der Kulturstiftung des Bundes gefördert wird. Amüsiert registrierten die Politiker, dass Voges ab Oktober für vier Monate ein multimediales Labor des Instituts für urbane Kriseninterventionen beherbergt, verbunden mit bis zu 20 Veranstaltungen - zum Thema „Stadt ohne Geld”! Wermutstropfen: Ob die geplanten Wiederaufnahmen finanziert werden können, ist noch unklar.

Musiktheater

„Zukunft und Metamorphose” stellte Opernintendantin Christine Mielitz als Leitthema vor: Ein Konzept, das sich in „Hamlet” des von der Opernwelt zum Komponisten des Jahres gewählten Christian Jost (30.4.) wiederfinde. Eröffnet wird die Saison mit dem szenischen Liederabend von Franz Wittenbrink „Sekretärinnen”, gefolgt von Werken von Giacomo Puccini, Antonin Dvorak, Jacques Offenbach und Gaetano Donizetti. Ungewöhnlich: Ob zum Ende der Saison eine Wiederaufnahme oder Wagners „Tristan und Isolde” erklingt, ist noch offen - je nach Spardiktat.

Ballett

Nur noch zwei Premieren - im Vergleich zu vier aktuell - hat Ballettdirektor Xin Peng Wang: Seine Choreografie „The h.a.m.l.e.t. code- Die Geburt des Zorns” (6.11.) glänzt durch die Arbeit mit dem renommierten Komponist Arvo Pärt. Unter dem Arbeitstitel „Von der Kunst der Form” werden Choreographien von Hochkarätern wie George Balanchine, Benjamin Millepied und William Forsythe erlebbar. Die Ballettgala an vier Tagen (25. & 26.09, 16. & 24. 10.) sowie das Schulprojekt „Schoolmotions” und das Seniorentheater stehen außerdem auf dem Plan.

Jugendtheater

Mit populärem Stoff in Form von Cornelia Funkes Bestseller „Tintenherz” (15.4.) wartet KJT-Leiter Andreas Gruhn auf. Der kann die Einsparungen nur mit einer Senkung der Premierenzahl von sechs auf fünf kompensieren. Darunter der Klassiker „Das kalte Herz” als Weihnachtsmärchen, „Prinz Friedrich von Homburg” von Kleist sowie das Projekt „Koma o.k.”, in dem sich Jugendliche und Schauspieler mit dem Thema Alkohol auseinandersetzen. Als „schmutziges Spiel” bezeichnete Gruhn die Tatsache, dass für ein Schiller-Projekt zwar 40 000 Euro Landesmittel bereitststünden, diese aber wegen des ungesicherten Dortmunder Haushalts nicht fließen. Kulturdezernent Stüdemann versprach, sich in Arnsberg dafür einzusetzen.

Philharmoniker

Schwerpunkte setzt GMD Jac van Steen: Vokalkunst realisiert er in den Philharmonischen Konzerten mit fünf Dortmunder Chören, der Chorakademie, dem Chor des City of Birmingham Symphony Orchestras und Mezzosopranistin Iris Vermillion. Die gehört auch zu ausgesuchten Solisten, die die Philharmoniker in der Saison begleiten - ebenso, wie Johannes Brahms als Komponist im Fokus. Composer in Residence ist Christian Jost, der in zwei Konzerten vorgestellt wird. Öffentliche Konzertproben, Matineen und Meisterklassen sind geplant.

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