Ostenhellweg besorgt wegen ECE-Einkaufszentrum

Süße Zukunft? Clemens Hemmer vom gleichnamigen Café glaubt an seine Qualität.
Süße Zukunft? Clemens Hemmer vom gleichnamigen Café glaubt an seine Qualität.
Foto: Ralf Rottmann

Dortmund.. „Ich muss es nehmen, wie es kommt.“ Clemens Hemmer, Chef des Café Hemmer auf dem Ostenhellweg, bleibt angesichts des Baus des ECE-Einkaufszentrums auf dem Westenhellweg erstaunlich gelassen. Klar würde durch das ECE die Gefahr bestehen, dass die Innenstadt ausblute, dennoch: „Ich überzeuge durch Qualität“, sagt Hemmer und sieht für sein Geschäft persönlich keine Probleme.

Wesentlich pessimistischer hingegen blickt Roswitha Weber von M&S Mode in die Zukunft mit dem ECE-Einkaufszentrum auf dem ehemaligen Thier-Geände am Westenhellweg. „Ich habe die Befürchtung, dass dann gar nichts mehr hier ist.“ Seit 25 Jahren werde es kontinuierlich schwerer, im Ostenhellweg zu verkaufen. Sowieso würden die meisten Veranstaltungen spätestens an der Reinoldikirche aufhören und hätten somit kaum positive Nebeneffekte für den Ostenhellweg. „Wie in Oberhausen“, fasst Dirk Kunze das Schreckensszenario zusammen. Er verkauft seit sechs Jahren Bratwürste am Eingang des C&A und hat somit auch beobachtet, dass immer weniger Kunden in den Ostenhellweg gehen.

Doch wird es wirklich so kommen, eine leergefegte Innenstadt?

Andreas Mehls, Geschäftsführer des Spielwarenladens Lütgenau, relativiert das Ganze. Der Ostenhellweg sei nie von seiner Lage her 1A gewesen, außerdem würde es seit geraumer Zeit wieder aufwärts gehen, unter anderm, weil Butlers neue Kunden in die Straße ziehe. Trotzdem rüstet der Geschäftsführer in dritter Generation den Laden auf, um zum kommenden ECE ein „Gegengewicht zu schaffen“. Schließlich stehen 73 Jahre Traditon auf dem Spiel. So sind die diesjährigen Umbaumaßnahmen in der Einrichtung und im Eingangsbereich auch bereits im Hinblick auf das neue ECE getätigt worden. „Agieren statt Reagieren“ sei sein Motto und so glaubt Mehls, dass auch in Zukunft sein Geschäft alte und neue Kunden durch sein Sortiment und den Service in den Ostenhellweg lockt.

Ebenfalls nicht kampflos ergeben will sich einige Meter weiter Simone Voigt vom Wein- und Öl-Fachgeschäft Zapfhahn. Mit einigen Aktionen sorgte ihr Laden bereits für mehr Aufmerksamkeit und Kundschaft wie zum Beispiel zum Nikolaustag. Damals konnten Kunden einen Socken abgeben, um ihn mit Geschenken vom Zapfhahn und anderen Geschäften des Ostenhellwegs gefüllt am 6. Dezember abzuholen. Auch eine Weiterführung solcher Projekte kann sich Voigt durchaus vorstellen.

Nur: es gehen ihr die Mitstreiter aus. Frühere Partner wie der Abakus-Bücherladen und der Bodyshop mussten dicht machen, Lütgenau hingegen sei zur Teilnahme an solchen Aktionen nie bereit gewesen. Dies bestätigt Andreas Mehls, der wegen zu unterschiedlichen Angeboten keine Basis für eine Zusammenarbeit sehe. Simone Voigt hat inzwischen die Bemühungen um Gemeinschaftsprojekte eingestellt und setzt auf individuelle Qualität, die auch Düsseldorfer zu ihr locken würde.

 

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