Oper soll wieder Sprungbrett sein

Rame Lahaj gehört zu den Jungen Sternen. (Foto: Josef Hussek)
Rame Lahaj gehört zu den Jungen Sternen. (Foto: Josef Hussek)
Foto: WR

Das Musiktheater Dortmund soll wieder zur Talentschmiede für gute Sänger werden – das ist das Ziel des designierten Opernintendanten Jens-Daniel Herzog. Mit dem Projekt „Junge Sterne“ und einer Kooperation mit der Folkwang-Hochschule macht er sich auf den Weg.

„Junge Stimmen muss man nicht nur engagieren, sondern auch fördern“, findet auch Prof. Michael Hoffmann, Vorsitzender der Theater- und Konzertfreunde: Die boten der Opernleitung bereits vor fünf Jahren an, eine entsprechende Förderung vielversprechender Talente finanziell zu stützen – erst Jens-Daniel Herzog hat zugegriffen. Und erhält 20 000 Euro von dem Verein, die er in seiner Startsaison 2011/12 einsetzt, um Ileana Mateescu (25) und Ramé Lahaj (27) zu fördern.

Mezzosopranistin Mateescu überzeugt Herzog durch „wunderschöne Koloraturen“ und ein „tolles Auftreten als Sängerdarstellerin“. Tenor Lahaj sei ein Ausnahmetalent, der trotz seiner jungen Jahre schwierige Partien meistere, ohne seine Stimmbänder zu belasten.

Das nämlich sieht Herzog als große Gefahr im Opernbetrieb: „In letzter Zeit sind Sänger zu schnell in das dramatische Fach geworfen worden und daran verreckt.“ Ein Vorgehen, das Dortmunds Ruf angekratzt habe, wie Hoffmann ergänzt: „Unter den Sängern hieß es: Nach Dortmund brauchst Du nicht zu gehen.“

Herzog nun will den Sängern die Chance zur Entwicklung geben: 1500 Stimmen hat er für Dortmund gehört, zuletzt bei einem großen Vorsingen in New York gemeinsam mit der Düsseldorfer Oper – einen Pool von gut 40 Sängern hat er so gebildet. Gut 24 von ihnen bilden das Dortmunder Ensemble. „Angesichts des Etats sind wir auf junge Stimmen angewiesen, für die wir zum Ausgangspunkt und Sprungbrett werden können“, sagt Herzog.

Neben den „Jungen Sternen“ kooperiert der künftige Intendant mit der Folkwang-Hochschule: Gesangsstudierende sollen in Dortmund die Chance für erste Auftritte bekommen – und das Opernhaus stockt seine Sänger für wenig Geld auf. Ab Juni will sich Herzog unter den Studierenden umhören. Eine weitere Möglichkeit, spannende Stimmen für wenig Geld zu locken: Herzog passt Sänger ab, die ihr Fach wechseln wollen und an ihrem Haus nicht die Chance bekommen.

So oder so weiß Herzog, dass „nächstes Jahr richtig spannend wird“: Er könne nichts aus dem alten Repertoire übernehmen. „Wir gehen komplett ohne Netz in die nächste Spielzeit.“

 
 

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