OB Sierau: "Wir wollen die Stadt rocken"

Mit 96,7 Prozent ist Oberbürgermeister Ullrich Sierau am Sonntag erneut zum OB-Kandidaten der SPD gekürt worden. Auf dem Unterbezirksparteitag, der das SPD-Programm für die Kommunalwahlen am 25.Mai verabschiedete, hatte der 58-Jährige in seiner einstündigen kämpferischen Rede auch Neuigkeiten zu verkünden.

Dortmund.. Wahlkampf wie im Boxring. Zur Rock-Hymne "Rockin' all over the World" von Status Quo, die auch der Einlauf-Song von Schalke04 ist, erklimmt Sierau das Rednerpult, krempelt die Ärmel hoch und ruft den Delegierten entgegen: "Wir wollen die Stadt rocken. Ich bin da richtig wild drauf." - Teil zwei des zweitägigen Parteitagsmarathons.

"3D-Prinzip: Durchblick, Disziplin und Demut"

So will Sierau die ständigen Querelen zwischen den Bossen des heimischen Energieversorgers DEW21, Dr. Frank Brinkmann, und der Konzernmutter DSW21, Guntram Pehlke, jetzt zur Chefsache machen. Zur Überraschung vieler Delegierter kündigte Sierau an, er werde vom Aufsichtsrat des Klinikums in den Aufsichtsrat von DEW wechseln, "damit wir alle an einem Strang ziehen". Gemeinsam werde man das "3D-Prinzip" umsetzen: "Durchblick, Disziplin und Demut." Das gelte für alle, die in diesen Zusammenhängen Verantwortung tragen", so der OB an die Adresse von Pehlke und Brinkmann. Sierau ist bereits Aufsichtsratschef von DSW21. Und noch eineNeuigkeit hatte Sierau im Köcher: Er will den Verwaltungvorstand umbauen, wenn im nächsten Februar die Amtszeit der grünen Kinder- und Jugenddezernentin Waltraud Bonekamp ausläuft. Die SPD-Sozialdezernentin Birgit Zoerner werde Aufgaben des Bonekamp-Dezernats übernehmen, und das Planungs- und Baudezernat des CDU-Beigeordneten Martin Lürwer werde derart umgestaltet, dass Raum sei für einen "Planungsdezernenten mit grünem Hintergrund".

Hieb gegen grüne Dezernentin

Zuvor hatte Sierau allerdings einmal mehr die Arbeit des vor einem Jahr ausgeschiedenen grünen Rechtsdezernenten Wilhelm Steitz und von Waltraud Bonekamp abqualifiziert: "Wir wollen Qualität im Verwaltungsvorstand und nicht, dass Menschen aus Opportunität überfordert werden."

Auch die CDU bekam ihr Fett weg. Der politische Gegner zweifle nicht daran, so Sierau, dass die SPD die Kommunalwahlen am 25. Mai deutlich gewinnen werde. Bei dem von der CDU angepeilten Ziel von 30 Prozent fürchteten die Christdemokraten inzwischen, dass die 3 näher ans Komma rücken werde: "23,1 Prozent. Das ist die Sorge, die da umgeht."

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