OB Sierau macht jungen Menschen in der Nordstadt Dortmund Mut

Denis de Haas
Oberbürgermeister Ullrich Sierau will, das seine Gesprächspartnerin Malek-Roselva (links) ihre Nervosität ablegt. Gemeinsam mit der jungen Alia (rechts) moderierte sie die Diskussion im Stollenpark. Foto: Rottmann
Oberbürgermeister Ullrich Sierau will, das seine Gesprächspartnerin Malek-Roselva (links) ihre Nervosität ablegt. Gemeinsam mit der jungen Alia (rechts) moderierte sie die Diskussion im Stollenpark. Foto: Rottmann
Foto: Ralf Rottmann
DortmundsOberbürgermeister Ullrich Sierau diskutierte im Jugendforum Nordstadt über Jugendarbeitslosigkeit. Ziel dieser Idee: Jugendlichen dort Mut zu machen. Es war der Auftakt zur Diskussionsreihe „Jugendforum Nordstadt lädt ein: Jugendliche fragen, Politiker antworten“.

Dortmund. Malek-Rosalva kann ihre Nervosität nicht verbergen. Hoher Besuch hat sich im Treffpunkt Stollenpark angekündigt: Niemand geringeres als Oberbürgermeister Ullrich Sierau will mit den Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus der Nordstadt reden – und die 20-Jährige soll die Diskussion über Jugendarbeitslosigkeit moderieren.

„Die Idee ist, Jugendliche an Politik heranzuführen. Durch solche Gespräche sollen sie lernen, Interessen und Probleme gegenüber der Politik zu artikulieren“, erklärt Christian Leye, politischer Jugendberater im Jugendforum Nordstadt. Und zum Auftakt der Diskussionsreihe „Jugendforum Nordstadt lädt ein: Jugendliche fragen, Politiker antworten“ haben er und seine Kollegen das Stadtoberhaupt als Gesprächspartner gewinnen können.

Als Sierau den Aufenthaltsraum betritt, geht der Geräuschpegel sofort nach unten. Die jungen Besucher, die vorher noch mit Kraftausdrücken um sich warfen, beweisen Anstand vor ihrem Gast. „Mir geht es darum, zu erfahren, was hier so los ist“, sagt Ullrich Sierau zur Begrüßung. Alia, die gemeinsam mit Malek-Rosalva moderiert, hat sofort eine Frage: „Wie sieht die Situation für Dortmunder Jugendliche auf dem Arbeitsmarkt aus?“ Sierau holt aus, redet von fallenden Arbeitslosenzahlen. Allerdings muss er seine Aussage relativieren, spricht über die Menschen unter 25 Jahren, von denen 22 Prozent in Dortmund arbeitslos sind. „Von denen haben zwei Drittel keine Berufsausbildung“, erklärt der OB. „Wer was erreichen will, schafft das nur, wenn er sich vernünftig bildet.“

Sofort gibt’s Einwände. „Was ist denn mit den Leuten aus der Nordstadt? Die haben doch einen schlechten Ruf“, ruft Samir dazwischen. Sierau verweist auf die guten Angebote im Stadtteil – und auf mehr. „Gerade bei Jobbörsen kann man die Betriebe vom Gegenteil überzeugen“, betont der Oberbürgermeister. Bei seiner Sitznachbarin ist die Nervosität mittlerweile verflogen. Auch Malek-Rosalva steigt jetzt in die Diskussion ein.